Erstellt am 08. September 2015, 05:52

von Claudia Stöcklöcker

Aufgetankt und nichts bezahlt. 49-jähriger Notstandsbezieher sitzt samt Mutter und Ex wegen Betrugs vorm Richter.

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„Warum klingelt es bei Ihnen bei sieben einschlägigen Vorstrafen nicht?“, fragt ein Richter im Prozess am Landesgericht St. Pölten einen 49-jährigen Notstandsbezieher. Dieser sitzt wegen gewerbsmäßigen Betrugs mit Mutter und Ex auf der Anklagebank.

Das Trio aus dem Bezirk Tulln soll Tankstellenbetreiber zur Übergabe von Magnetschlüsseln und Tankkarten verleitet und dann gratis getankt haben. Betrug gestehen sie nicht.

„Sie hatten alle drei Tankkarten, das ist doch kein Zufall!“, wettert der Richter und fragt: „Sie haben Exekutionen, ihnen bleiben 700 Euro zum Leben, wie wollen Sie da 900 Euro Tankrechnung bezahlen! Das funktioniert nicht.“

Prozess wurde vertagt

20 Mal tankte die Ex-Lebensgefährtin. 1.060 Euro blieb sie schuldig. Acht Mal getankt wurde mit der Karte der angeklagten Mutter. „Ich hab’ gar kein Auto, die Karte war für meinen Sohn, der bringt mich immer zum Arzt“, erzählt sie und stottert nun den Schaden von ihrer kleinen Pension in Raten ab. Der Prozess wurde vertagt.