Erstellt am 07. Februar 2018, 05:05

von Thomas Peischl

Nur Kaufmann ist fix im Landtag. Nach wie vor haben Heinreichsberger (VP) und Hahn (SP) Chancen. Landesparteivorstände entscheiden Ende Februar.

Christoph Kaufmann holte das Grundmandat im Bezirk Tulln. Vorläufig ist er der einzige Landtagsabgeordnete der Region.  |  NOEN, NÖN

2017 sah die Tullner Bezirkswelt noch ganz anders aus: Die um Klosterneuburg gewachsene Region wurde mit Christoph Kaufmann und Alfred Riedl (beide ÖVP) sowie Doris Hahn (SPÖ) im Landtag von drei Abgeordneten vertreten. Alfred Riedl hatte allerdings bereits sein Ausscheiden verkündet (er ist nach wie vor Gemeindebundpräsident und Bürgermeister von Grafenwörth). Nach der Landtagswahl 2018 könnte der Bezirk jetzt schlimmstenfalls nur noch von einem Abgeordneten vertreten werden

Bernhard Heinreichsberger holte 2.483 Vorzugsstimmen im Bezirk und will damit das Jugendmandat der VPNÖ beanspruchen.  |  NOEN, VPNÖ

Fix ist nur, dass der Klosterneuburger Christoph Kaufmann als Vorzugsstimmenkaiser (3.118 Vorzugsstimmen im Bezirk) das Direktmandat der ÖVP im Wahlkreis Tulln erhält. Der mit 2.483 persönlichen Stimmen Zweitplatzierte, JVP-Landesobmann Bernhard Heinreichsberger aus Mitterndorf (Michelhausen), rechnet sich aber nach wie vor gute Chancen auf das Jugendmandat der VPNÖ aus. Vonseiten der Landesparteizentrale heißt es dazu: „Dazu können wir noch keine fixen Aussagen treffen. Die Verteilung der Landeslistenmandate wird erst im Landesparteivorstand, voraussichtlich Ende Februar, beschlossen.“

„Es ist schade, dass die SPÖ das 14. Mandat verpasste, aber wir müssen das nehmen wie es ist. Der Bezirk Tulln hat gute Argumente.“ Doris Hahn (SPÖ)

Für Verwirrung sorgte die Veröffentlichung des vollständigen SPÖ-Landtagsklubs in einer Tageszeitung, in der Landtagsabgeordnete Doris Hahn, Spitzenkandidatin im Bezirk Tulln, nicht mehr aufscheint. Verwundert zeigt sich darüber Bezirksvorsitzender Heimo Stopper: „Es ist doch noch gar keine Entscheidung gefallen.“ Hahn sei auf Listenplatz 13 gereiht, sie habe mit 1.132 Vorzugsstimmen deutlich aufgezeigt und auch der Bezirk habe ein gutes Ergebnis erreicht.

Doris Hahn wartet die Ressortaufteilung ab und will das gute Abschneiden in die Waagschale werfen.  |  NOEN, SPNÖ

„Das ist reine Spekulation“, erklärt auch Gabriele Strahberger, Pressesprecherin der SPNÖ zur Mandatsverteilung, „wir hatten bislang drei Direktmandate, jetzt haben wir sieben, und zwar in den Bezirken Amstetten, Baden, Bruck, Mödling, Neunkirchen, St. Pölten und Wiener Neustadt.“

„Das ist reine Spekulation“

Nur das stehe jetzt schon fest. Um die restlichen sechs Sitze optimal zu besetzen, gelte es eine Vielzahl von Faktoren (neue Bezirksaufteilung, Bezirksgrößen, Frauenquote, etc.) zu berücksichtigen. Voraussichtlich ist auch hier nicht vor Ende Februar mit einem Ergebnis zu rechnen.

Doris Hahn bedauert, dass die SPÖ um wenige Stimmen das 14. Mandat verpasste: „Das ist schade, aber wir müssen das nehmen wie es ist. Der Bezirk Tulln hat gute Argumente, die wir in die Diskussion einbringen werden.“ Aber erst werden Regierungsverhandlungen mit der VP geführt. Wenn die Ressortaufteilung feststeht, wird das in der SP-Fraktion besprochen – und dann werden die restlichen Landtagssitze besetzt.