Erstellt am 03. August 2016, 05:51

von Martin Gruber-Dorninger und Lisa Röhrer

„Wir sind sehr gut aufgestellt“. Nach den Gewaltakten in Deutschland herrscht auch im Bezirk Tulln Vorsicht.

Die Rosenarcade ist das beliebteste Einkaufszentrum im Bezirk Tulln. Seit dem Amoklauf in München wurde die Sicherheit noch weiter durch zusätzliches Personal erhöht  |  NOEN, Steinböck

Terror und Angst rücken immer mehr in unsere geografische Nähe. Durch den Amoklauf eines Rechtsradikalen in München und diverse Terrorakte durch Mitglieder des IS in Bayern ist auch im Bezirk Tulln die Angst vor derartigen Taten noch mehr gestiegen.

Die NÖN wollte wissen, ob und wie sich diverse Institutionen auf die jüngsten Gewaltakte einstellen.

„Wir verfügen über ein Video-Überwachungssystem und haben ab Anfang August täglich einen Security-Dienst im Einsatz.“

Katharina Gfrerer, Centerleiterin Rosenarcade

„Ein Attentat wie in München kann nirgendwo vollständig ausgeschlossen werden“, stellt Johann Baumschlager von der Landespolizeidirektion fest. Hinweis auf eine konkrete Gefährdungssituation gäbe es derzeit zwar keinen, erhöhte Sicherheit sei trotzdem geboten.

Vor allem Orte und Events, an denen es zu großen Menschenansammlungen kommt, wie Einkaufszentren, stehen oftmals im Verdacht, eine potenzielle Gefahr darzustellen. Dies bewahrheitete sich auch vor einem Einkaufszentrum in München.

„Um unseren Besuchern bestmögliche Sicherheit zu gewähren, verfügen wir über ein Video-Überwachungssystem und haben ab Anfang August täglich zu den Geschäftsöffnungszeiten einen Security-Dienst im Einsatz“, verspricht Centerleiterin Katharina Gfrerer. Es gebe zwar keine Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko in der Rosenarcade, dennoch hätten die internationalen Vorkommnisse die Geschäftsführung dazu bewogen, die Sicherheitsmaßnahmen vorübergehend zu verstärken.

„Für die kommenden Monate werden wir daher ein Security-Team mit zwei Personen einsetzen,“ so Gfrerer weiter.

Ähnlich sieht das auch im Auhofcenter vor den Toren zu Purkersdorf aus. „Für unsere Gäste im Auhofcenter gibt es keine Veranlassung zu Furcht. Unser Personal ist bestens geschult“, erklärt Geschäftsführer Peter Schaider. Sogar das Reinigungspersonal sei mit Sicherheitsaufgaben betraut. Obendrein gebe es noch zwei Security-Mitarbeiter in Zivil. „Die größte Sicherheit bietet in unserem Einkaufszentrum die Polizeistation, die direkt bei uns im Haus ist“, ist der Heiligeneicher von den Sicherungsmaßnahmen überzeugt.

Enge Zusammenarbeit mit der Polizei

Auch in der Stadtgemeinde Tulln nimmt man die Sorgen und Ängste der Bevölkerung nicht auf die leichte Schulter. „Wir sind stetig bemüht, diverse Abläufe und Vorkehrungen zu verbessern“, erklärt Tullns Vizebürgermeister Harald Schinnerl. So sei auch der Sicherheitsstadtrat, Johannes Sykora, stets in engem Kontakt mit der städtischen Polizei. Auch bei der Parkraumüberwachung durch die Firma Skorpion gebe es ständigen Kontakt. „Für einen richtigen Terrorangriff werden wir uns aber nicht wappnen können. Dafür sind der Bund und Präventionsbeamte beim Landeskriminalamt zuständig.

Stadt und Polizei gut aufgestellt

Für öffentliche Sicherheit sind wir aber sehr gut aufgestellt“, meint Schinnerl, die Sicherheits-Aufgaben der Stadtgemeinde gründlich wahrzunehmen.

Seitens der Bezirkspolizei ist bei größeren Menschenansammlungen erhöhte Aufmerksamkeit angesagt. Dies bestätigt auch Bezirkskommandantin Sonja Fiegl: „Bei größeren Veranstaltungen, wie beispielsweise der Gartenbaumesse, werden wir höhere Präsenz zeigen und verstärkten Einsatz der Polizei.“

Sie appelliert aber auch an die Wachsamkeit und Zivilcourage der Bevölkerung. „Verdächtige Wahrnehmungen sofort der Polizei mitteilen. Diese werden auch vertraulich behandelt“, verspricht Fiegl.

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