Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:43

von Martin Gruber-Dorninger

"Bin stolz auf den Campus". Krska gibt mit Jahresende die Leitung des BOKU-Departments IFA-Tulln ab. Fokus auf Forschung.

Rudolf Krska gibt zwar die Leitung seines Departments ab, sein Fokus soll noch mehr auf die Forschung und die Betreuung von Projekten seines Instituts im Analytikzentrum am IFA gelegt werdengelegt werden  |  NOEN, Martin Gruber-Dorninger

Der 31. Dezember ist nicht nur der letzte Tag des Jahres, er ist auch der letzte Tag an dem Paradewissenschaftler Rudolf Krska als Leiter des Interuniversitären Departments für Agrarbiotechnologie (IFA-Tulln) BOKU, in die Arbeit geht. Man könnte glauben, dass Krska fortan eine ruhige Kugel schiebt – Weit gefehlt! Was genau die Hintergründe für seinen „Rückzug“ sind, erläutert er im Gespräch mit der NÖN.

NÖN: Warum hören Sie als Departmentleiter auf?
Rudolf Krska: Die Departmentleiter werden an der BOKU alle drei Jahre neu bestellt. Ich war nun zwei Perioden lang der Leiter, in denen ich viel gelernt habe. Man hat dabei viel mit Organisatorischem und Administrativem zu tun. Ich will mich nun wieder mehr auf die Forschung fokussieren. und ich bleibe ja weiterhin Leiter des Analytikzentrums am IFA-Tulln. Ich übergebe an den hervorragenden Kollegen Georg Gübitz. Ein Comeback von mir als Leiter ist nach dieser Periode nicht ausgeschlossen, auch wenn es derzeit nicht geplant ist.

Wenn man so eine wichtige Position übergibt, bleibt da noch Zeit die Feiertage zu genießen?
Es ist schon viel zu tun, schließlich will ich alles korrekt übergeben. Mein Nachfolger ist aber ein erfahrener Mann, das macht das ganze leichter. Gegen Jahresende hin will man eben auch noch alles Mögliche schaffen.

Hätten Sie sich so eine Entwicklung des Campus Tulln erwartet, als Sie hier angefangen haben?
Seit 2002 ist das Interuniversitäre Department für Agrarbiotechnologie (IFA-Tulln) der BOKU in Tulln. Es ist fast nicht zu glauben, was sich seither getan hat. Jahr für Jahr entstehen neue Gebäude und Arbeitsplätze für junge Forscher. Die Politik hat damals mit Weitsicht gehandelt. Bei internationalen Kongressen erwähne ich oft, dass eine Stadt wie Tulln mit fast 16.000 Einwohnern über nahezu 1.000 Personen in der Wissenschaft tätig sind - das ist ein verdammt guter Schnitt. Ich bin richtig stolz auf das IFA, den Campus und unsere Forschung.

„Bei internationalen Kongressen erwähne ich oft, dass eine Stadt wie Tulln mit fast 16.000 Einwohnern über nahezu 1.000 Personen in der Wissenschaft tätig sind.“ Rudolf Krska, Wissenschaftler

Das schlägt sich auch in diversen Auszeichnungen nieder. Nimmt man das überhaupt noch so richtig wahr?
Natürlich. Der Würdigungspreis des Landes Niederösterreich heuer war wunderbar. Eine Anerkennung und ein Ansporn für die Arbeit, die wir hier leisten. Wir sind führend in der Mykotoxin-Forschung. Das ist ein globales Problem und wir leisten einen wichtigen Beitrag zur künftigen Reduktion dieser Schimmelpilzgifte.
Sie wollen sich wieder mehr der Forschung widmen. Was steht da an der Tagesordnung?
Krska: Wir haben heuer über Drittmittel etwa acht Millionen Euro eingeworben. Diese sind mit verschiedenen Projekten verbunden. Unter anderem wurde der Spezialforschungsbereich Fusarium verlängert, außerdem bin ich Koordinator des 5-Mio Euro EU-Projekts MyToolBox im Agrar beziehungsweise Lebensmittelbereich.

HIGHLIGHTS AM IFA: 2010 bis 2016

  • Erfolgreiche internationale Departmentevaluierung

  • Erweiterung des IFA-Tulln um ein weiteres Institut (Tierernährung)

  • Zwei neue Professuren

  • Steigerung auf 200 Mitarbeiter und erstmals über 60 wissenschaftliche Publikationen jährlich

  • Räumliche Erweiterungen durch den Bau des IFA-Technikums um 1.000 m2

  • UFT Ansiedelung - Etablierung einer wissenschaftlichen Initiative

  • Etablierung der Mycotoxin-Summer-Academy