Erstellt am 13. Januar 2016, 09:27

von Thomas Peischl

Cityhotel-Spatenstich noch im Jänner. Bürgermeister Eisenschenk propagiert Miteinander und will Vielzahl von Projekten in der Stadt weiter vorantreiben.

Auch dank eines Rück- und Ausblicks in Videoform fiel Bürgermeister Peter Eisenschenks Neujahrsrede 2016 kompakter aus als in den Vorjahren.  |  NOEN, Peischl

Da soll noch jemand sagen, dass Politiker nicht lernfähig sind. Nicht, dass Bürgermeister Peter Eisenschenks Neujahrsansprachen in den Vorjahren langweilig waren, aber ein bisserl kompakter hätten sie schon ausfallen dürfen. Und siehe da: 2016 ist vieles anders.

Den Anfang machte in bereits bewährter Form eine von Andi Gröbl moderierte Gesprächsrunde mit Fraktionsvertretern. TOP und FPÖ fehlten diesmal, das Gesprächsklima dieser beiden Oppositionsparteien mit der TVP ist derzeit stark unterkühlt.

Herbert Schmied (NEOS) ließ mit dem Vorschlag, eine HTL zu etablieren, um Tulln als Schulstadt weiter auszubauen, aufhorchen. Gustav Rödl (Grüne) sieht die Rosenstadt in Sachen Elektro-Mobilität „gut aufgestellt“, will das Thema aber auf jeden Fall weiter verfolgen.

Ein Kreisverkehr geht noch immer in Tulln

Man kann es kaum glauben, aber in Tulln ist noch Platz für einen weiteren Kreisverkehr, das kündigte Harald Wimmer (SPÖ) an. Der neue Kreisel soll im Bereich Staasdorfer Straße/Sonnenapotheke errichtet und nach Bürgermeister a.D. Willi Stift benannt werden.

Peter Höckner (TVP) streute der ehemaligen Stadträtin Susanne Schimek Rosen. Sie habe in 20 Jahren Vorarbeit Tulln in Sachen Kultur großartig aufgestellt. Mit der Neugestaltung eines virtuellen Heimatmuseums warte jetzt ein österreichweites, spannendes Pilotprojekt auf die Umsetzung.

Doch jetzt zum Neuen: Bürgermeister Eisenschenk selbst war zunächst nur als Kommentator eines von FloBo professionell gestalteten multimedialen Rück- und Ausblicks zu hören. Darin kündigte er an, dass noch im Jänner der Spatenstich für das Innenstadthotel am Areal der ehemaligen Feuerwehrschule erfolgen soll. Außerdem wurden die Highlights des Jahres 2015, von der neuen, größten Messehalle, die den Standort absichere, über den Abschluss der Deponie-Sanierung bis zur Zerkarien-Panik im Aubad zusammengefasst.

Familienbad als großer Erfolg

Als großen Erfolg führte Eisenschenk das neu gestaltete Familienbad an: „Waren es im alten Hallenbad rund 45.000 Besucher pro Jahr, so sind es jetzt 110.000.“ Ein wesentliches Thema war und ist die Flüchtlingsunterbringung in der Stadt. „Hilfe aus Menschlichkeit, nicht aus Zwang“, ist hier das Motto der Stadt Tulln. Vom Notquartier am Messegelände bis zur längerfristigen Unterbringung in den fünf Containerstandorten (siehe Bericht auf Seite 12), der Bürgermeister dankte allen Helfern.

In den Mittelpunkt seiner Live-Neujahrsrede stellte der Bürgermeister das „respektvolle Miteinander“ aller Menschen. Angst sei immer ein schlechter Ratgeber. Polterern, die Ängste skrupellos für sich ausnützen, gelte es effektiv und intelligent zu begegnen. Er propagierte den politischen Schulterschluss, um gemeinsam die positiven gesellschaftlichen Kräfte zu mobilisieren: „Vielleicht nehmen ja im nächsten Jahr auch alle Parteien an diesem Neujahrstreffen teil.“
 


ZITIERT

„Wir sind ja mit nur einem Mandat im Tullner Gemeinderat vertreten und daher von den politischen Mitbewerbern abhängig… Ich danke Peter Eisenschenk für die ausgestreckte Hand.“ Herbert Schmied (NEOS)

„Wir freuen uns, dass Wasser und Kanal in Tulln noch in öffentlicher Hand sind, und hoffen, dass das auch so bleibt.“ Gustav Rödl (Grüne)

„Wir werden 2016 einen neuen Kreisverkehr bekommen. Er wird allerdings, was die Innengestaltung betrifft, nicht so teuer werden wie manche in der Vergangenheit.“ Harald Wimmer (SPÖ)

„Ich bin ja ein Jungpolitiker, obwohl man es mir nicht ansieht… 2016 wollen wir die Kulturschaffenden an einen Tisch bringen und auch den Kontakt zu den anderen Fraktionen weiter verbessern.“ Peter Höckner (TVP)