Erstellt am 03. April 2016, 14:04

von Martin Gruber-Dorninger

Den Erdnussspuren auf der Spur. Bei der "Langen Nacht der Forschung" geht man auch Substanzen in unserem Essen auf den Grund.

Kurt Brunner ist leitender Forscher bei Romer Labs.  |  NOEN, Erber Group

"Mit dem Essen spielt man nicht", bekommt man als Kind immer und immer wieder gesagt. Der Kern dieser Regel birgt aber etwas sehr Wahres in sich, denn mit Lebensmitteln ist nicht zu spaßen. Die Firma Romer Labs, ein Unternehmen der Erber Group, hat sich darauf spezialisiert, gefährliche Stoffe möglichst schnell und einfach für den Verbraucher nachzuweisen.

Bei der „Langen Nacht der Forschung“, am 22. April, zeigt das Labor, was es alles zu bieten hat. Die NÖN sprach mit dem Forscher Kurt Brunner über seine Arbeit und was den Besucher der „Langen Nacht“ erwartet.

Allergene sind sprichwörtlich in aller Munde, spätestens seit die EU-Allergenverordnung im vergangenen Jahr in Kraft gesetzt wurde. Mit Produkten von Romer Labs kann man binnen weniger Minuten feststellen, ob diverse Substanzen in den Speisen enthalten sind. „Unsere Kernkompetenz ist es, verschiedene Stoffe möglichst schnell und möglichst einfach nachweisbar zu machen. Das funktioniert hauptsächlich über Teststreifen, ähnlich wie beim Schwangerschaftstest“, erklärt Kurt Brunner. Diese Aufgabe ist der Firma schon lange vor der Allergenverordnung zugefallen. „Vor allem bei Erdnüssen ist der Nachweis schon lange wichtig“, so Brunner.

Ist da eine Erdnuss in meinem Keks?

Darum wird es auch bei einer Station der „Langen Nacht der Forschung“ gehen. „Wir werden Kekse mit und ohne Erdnüssen zur Verkostung geben. Danach werden wir einfach und schnell nachweisen, in welchem Keks Erdnüsse enthalten waren“, verrät Brunner.

Romer Labs hat mittlerweile schon den schnellen Nachweis von 21 Stoffen entwickelt. Damit ist aber noch nicht genug, denn „wir forschen natürlich noch an weiteren Nachweisen. Diese werden aber immer spezieller“, erklärt Brunner. Neben den Allergenen ist die Firma noch auf den Nachweis von genetisch veränderten Organismen (beispielsweise Mais), Lebensmittelverunreinigungen (beispielsweise Mykotoxine - ein Schimmelpilz) und Lebensmittelpathogenen (beispielsweise Salmonella) spezialisiert.

Vor gentechnischen Organismen muss man übrigens keine Angst haben, so Brunner, aber „die hohen Sicherheitsstandards müssen diesbezüglich gehalten werden.“

Die Lange Nacht der Forschung

  • Wann?: Freitag, 22. April.

  • 6 Ausstellungsorte in Tulln mit 50 Stationen.

  • Wer macht mit?: Agrana, BOKU, die Fachhochschule, die Landwirtschaftliche Fachschule, das Technologie und Forschungszentrum der Erber Group und das Universitäts- und Forschungszentrum.

  • Shuttlebus nach Pischelsdorf um 17.30 Uhr, 19.30 Uhr, 21.30 Uhr.

  • Shuttleservice durch Verein „Fahrvergnügen“ von den Bahnhöfen Tullnerfeld und Tullner Hauptbahnhof zum Campus.

  • Im Internet: www.langenachtderforschung.at