Erstellt am 15. September 2015, 06:02

von Claudia Stöcklöcker

18-Jähriger dealte mit Cannabiskraut. Teenager rauchte und verkaufte verbotenes Kraut. Nun setzte es fünf Monate bedingt. Von Sprühaktion wurde er freigesprochen.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, BilderBox - Erwin Wodicka / wodi

Aus Spaß will ein 18-Jähriger aus Tulln Cannabis geraucht haben. Außerdem soll er das verbotene Kraut auch verkauft haben.

Zum Handel mit Suchtgift war der Tschetschene im Prozess am Landesgericht St. Pölten, der im heurigen Sommer stattgefunden hat, nicht geständig, es wurde vertagt.

Zeugen bestätigen Verdacht

Nun wurden Zeugen einvernommen, und diese bestätigten den Verdacht: „Er hat herumgedealt.“ Auch ein Ermittler wurde dazu befragt. „Dass er 40 Gramm verkauft hat, kam aus seinem Mund. Sonst würde es ja nicht im Protokoll stehen“, sagt dieser.

Ins Visier der Behörde ist der Jugendliche geraten, „weil ein Mädchen eine Drogenvergiftung hatte, diese später dann belastete“, erzählt der Polizist weiter. Ob er weiß, ob der Angeklagte jetzt clean ist? „Das entspricht nicht meinen Wahrnehmungen.“

„Außerdem lebt er jetzt als U-Boot. Wir wissen nicht, wo er wohnt,“ gibt der Exekutivbeamte des Weiteren an.

Einen Schlagring aus Tschetschenien besessen zu haben, gesteht der Teenie, für die Graffitis an der Eisenbahnbrücke über die „Tullner Schleife“ verantwortlich zu sein, leugnet er jedoch.

Richter: „Zeugen sagen oft nicht die Wahrheit“

Der 18-Jährige bekam nun fünf Monate bedingt aufgebrummt. „Er hatte viel Geld zuhause, er hatte viele Joints herum liegen“, sagt Richter Markus Grünberger.

Freigesprochen wird der junge Tschetschene von der Sachbeschädigung. „Sie werden zwar belastet, das reicht jedoch nicht für eine Verurteilung. Es kann sein, dass Zeugen nicht die Wahrheit sagen, wie das in Ihren Kreisen so üblich ist“, so der Richter.

Die Weisung, sich einer Suchtberatung zu unterziehen wird erteilt. Außerdem wird ihm ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.