Erstellt am 15. September 2015, 05:02

von Claudia Stöcklöcker

Aus Schlafzimmer Bares gestohlen. Vorbestrafter erleichterte seinen Onkel um Bargeld. Nun muss der 26-Jährige für zehn Monate hinter Gitter.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka

„Wenn ich etwas trink’, dann werd’ i deppert“, sagt ein 26-Jähriger aus dem Bezirk Tulln im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Alkoholisiert brach er mit einem Komplizen zweimal in den Bauernhof seines Onkels ein. Fersengeld ohne Beute gab das Duo beim ersten Mal, beim zweiten Mal brachen die beiden die Tür zum Schlafzimmer des Opfers auf und sackten 150 Euro ein.

Vorm Richter gesteht der 26-Jährige. „Teilweise schuldig bin ich bestimmt“, sagt er und erzählt, dass er aus Mitleid mitgemacht habe, weil bei seinem Komplizen zum Tatzeitpunkt Ebbe im Börsel gewesen sei. „Er hat mir leidgetan. Weil er vom Staat nichts bekommen hat, keine Mindestsicherung“, erklärt der Angeklagte im Prozess. Und sagt: „Ich war nur der Fahrer.“

Auffälliges beobachtete ein Zeuge heuer im Februar. „Auf der Wiese vor meinem Haus waren zwei Burschen, die haben gefragt, wann der Bauer kommt und dass sie seine Hühner füttern müssten“, erzählt er.

Über dem 26-Jährigen hängt nun das Damoklesschwert. Für Gerichte ist er kein unbeschriebenes Blatt, eine Gefängnisstrafe verbüßte er bereits.

Für den 26-Jährigen setzt es zehn Monate unbedingt. Ins Gefängnis muss er aber nicht. „Zwar stehen die Chancen auf eine vorzeitige Entlassung schlecht. Weil Sie aber berufstätig sind, ist elektronisch überwachter Hausarrest möglich“, erklärt der Richter dem Angeklagten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.