Erstellt am 02. Dezember 2015, 05:03

von Martin Gruber-Dorninger

Einkommens-Schere geht weiter auf. Studie der Arbeiterkammer: Tullner hat um 4,6 Prozent weniger im Börsel als 2009. Frauen verdienen lediglich 65 Prozent.

 |  NOEN

Die Arbeiterkammer ging der Einkommensentwicklung der Österreicher auf die Spur. Es zeigte sich für den Bezirk Tulln, dass das Gehalt zwar brutto steigt, netto hingegen, nach Bereinigung um die Inflationsrate, sinkt. Seit dem Jahr 2009 hat der durchschnittliche Tullner also um 4,6 Prozent weniger im Börsel. Gravierend ist auch die rasante Öffnung der Einkommensschere - Die Ungleichheit zwischen hohen und niedrigen Einkommen erhöhte sich gegenüber 2013 um 3,4 Prozent.

„Der Bezirk Tulln hat sich puncto Einkommen, noch nie im Spitzenfeld in Niederösterreich befunden, das ist aber nicht weiter dramatisch“, erklärt der Leiter der Tullner Arbeiterkammer, Günter Kraft.

Bezirk Tulln auf Rang 17 zurückgefallen

Derzeit ist der Bezirk niederösterreichweit auf Platz 17 zurückgefallen (von 25). „Wir haben vorwiegend Mittel- und Kleinbetriebe im Bezirk. Das bedeutet zwar, dass die Einkommen nicht so hoch sind, dafür sind die Arbeitsstellen eher krisensicher“, betont Kraft, der unter anderem auch den Konkurs der Firma Goldmann-Druck in diesem Ranking verantwortlich macht. Ein weiterer Grund ist, dass viele Menschen im Bereich der Land- und Forstwirtschaft, sowie im Handel beschäftigt sind. „Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass die Tullner Frauen im Vergleich zu den Männern nur 65 Prozent verdienen“, erklärt Kraft.

Die Steuerreform für 2016 sieht der Leiter der Arbeiterkammer aber als Fortschritt: „Es wird mehr Netto vom Brutto bleiben und somit auch mehr im Geldbörsel sein.“ Dadurch soll auch der Konsum angekurbelt und somit mehr Impulse für die Wirtschaft geschaffen werden.

Zahlen & Daten

  • Gegenüber 2013 reale Einkommensgewinne in der Höhe von +0,49 %.

  • Medianeinkommen in Tulln 1.874 Euro, das sind um -7,0 %unter Einkommensniveau in NÖ

  • Hohe Einkommen sind 4,35-fach höher als die niedrigen.

  • Frauen verdienen 65,5 % der Männer