Erstellt am 05. Juni 2016, 21:19

von NÖN Redaktion

Eröffnung des Rathausplatzes in Zwentendorf. Mit einem Festakt wurden heute, Sonntag, in Zwentendorf die Eröffnung des Rathausplatzes und des neugestalteten barrierefreien Kircheneingangs sowie 25 Jahre Partnerschaft mit der tschechischen Stadt Breclav gefeiert.

Enthüllung des Jubiläumssteines 25 Jahre Gemeindepartnerschaft Zwentendorf - Breclav: Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Bürgermeister Ing. Pavel Dominik und Bürgermeister Ing. Hermann Kühtreiber. (v.l.n.r.)  |  NOEN, ERNST REINBERGER
Unter den Gästen waren unter anderen Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Prälat KR Mag. Maximilian Fürnsinn, Propst des Stiftes Herzogenburg, die Landtagsabgeordnete Doris Hahn, MEd, Bürgermeister Ing. Hermann Kühtreiber, Vizebürgermeister Johann Horst Scheed und Bürgermeister Ing. Pavel Dominik mit einer Delegation aus Breclav. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Musikverein Zwentendorf und der Folkloregruppe der Partnergemeinde. Anlässlich 25 Jahre Partnerschaft wurden ein Jubiläumsstein enthüllt und ein Baum gepflanzt.
 
Der heutige Tag sei „eine Zäsur in der Entwicklung der Gemeinde Zwentendorf“, sagte Landeshauptmann Pröll, dass dieser einen wichtigen Platz im Geschichtsbuch der Gemeinde einnehmen werde. „Die Eröffnung eines neugestalteten Platzes ist etwas Besonderes“, betonte Pröll, dass man damit erkenne, dass hier „jemand am Werk ist, der gegen den Trend der Zeit ankämpft und für die nächste Generation etwas Wichtiges im Sinn hat“. Mit diesem Platz sei eine „Oase der Gemeinsamkeit und des Miteinanders“ geschaffen worden, so der Landeshauptmann. Hier könnten die Menschen einander „von Mensch zu Mensch begegnen“. Das sei wichtig, „denn wir sind in eine Zeit hineingekommen, in der die moderne Kommunikationstechnik Oberhand hat“ und in der die Menschen dadurch immer weniger von Mensch zu Mensch kommunizieren würden. Derartige Begegnungszonen geben die Chance, „dass wir miteinander mehr kommunizieren und Gemeinschaft gestalten“, so Pröll.
 
Der Rathausplatz sei auch „eine Brücke zur Heimat“, so der Landeshauptmann. Hier könne man Heimat verspüren, denn dieser Ort habe eine lange Geschichte. „Er steht dafür, dass unsere Vorfahren für uns gestaltet und gearbeitet haben“, betonte Pröll, dass dieser Ort die Menschen aus der Hektik des Alltags herausreiße und die Chance gebe, „sich selber spüren zu können“. Jemand, der sich selber spüren und Heimat erleben könne, habe die Chance, mit der Heimat tief verwurzelt zu sein. „Nur jemand, der tiefe Wurzeln hat, ist fest verankert gegen all die Strömungen der Zeit“, betonte Pröll, dass jemand, der sich selber spüren könne, auch selbstbewusst sei. „Selbstbewusstsein ist ein ganz wesentlicher Faktor, um am Weg nach vorne weltoffen nach vorne zu gehen“, so der Landeshauptmann.
 
Es sei wichtig „das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen“, bedankte sich Pröll bei Bürgermeister Kühtreiber für „die Art der Zusammenarbeit“ – auch über parteipolitische und ideologische Grenzen hinweg. Er gratulierte zu 25 Jahren Partnerschaft mit der Stadt Breclav. Es verdiene großen Respekt, dass damals schon so weit nach vorne gedacht und diese Partnerschaft initiiert worden sei. Diese Partnerschaft heute zu feiern sei „ein wichtiges Signal“, von dem er hoffe, dass es weit über die Grenzen der Gemeinde hinausgehe, so der Landeshauptmann. Der Rathausplatz solle „ein Kommunikationszentrum am Weg in die nächsten Jahre und Jahrzehnte“ werden. Das Land Niederösterreich werde weiterhin Partner bei der Weiterentwicklung der Gemeinde Zwentendorf sein.
 
„Der Rathausplatz ist das Aushängeschild einer Gemeinde“, so Landtagsabgeordnete Hahn. Und das nicht nur optisch, denn er spiegle den Charakter einer Gemeinde wider, das sei hier in Zwentendorf gelungen. Der einzigartige direkte Blick vom Rathausplatz zur Donau zeige Offenheit. Der Rathausplatz sei „ein Ort der Begegnung“, gratulierte Hahn zur „gelungenen Neugestaltung“.
 
„Einen attraktiven Platz für uns alle, Parkplätze für unsere Wirtschaft, Hochwasserschutz und barrierefreier Zugang zu Rathaus und Kirche“, führte Bürgermeister Kühtreiber unter anderem als Ziele für die Neugestaltung des Rathausplatzes an. Dabei habe man auch den Mühlstein der letzten Schiffsmühle an der Donau miteinbezogen. Es habe viele Abwägungen gegeben, jeder Beschluss sei einstimmig gewesen, bedankte sich Kühtreiber dafür beim Gemeinderat. „Danke allen Planern, Fachleuten und bauausführenden Firmen“, so der Bürgermeister, der sich weiters bei Landeshauptmann Pröll für die finanzielle Unterstützung von 400.000 Euro bedankte. „Jetzt ist es unser und euer Platz.“ Als bleibendes Zeugnis für 25 Jahre Partnerschaft mit Breclav werde ein Jubiläumsstein enthüllt, so Kühtreiber, der auch einige Worte auf tschechisch an die Gäste der Partnergemeinde richtete.
 
Man sei heute nach Zwentendorf gekommen, „um an unsere 25-jährige Partnerschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit zu erinnern“, so Bürgermeister Dominik aus Breclav. Zwentendorf und Breclav hätten vieles gemeinsam und man könne viel voneinander lernen. Heute solle man sich der langjährigen Freundschaft erfreuen. Als „Symbol unserer Partnerschaft“ überreichte Dominik eine Statue.
 
Die Segnung des neuen Rathausplatzes und des neugestalteten barrierefreien Kircheneingangs nahm Prälat Fürnsinn vor. „Ein Platz vor dem Rathaus erinnert auch an das Gesprächsforum seiner Bürger“, betonte Fürnsinn, dass das Gespräch der Bürger etwas ganz Wichtiges sei. Dass der Eingangsbereich der Kirche nun barrierefrei sei, solle man symbolhaft auch als „Einladung, Kirche öfter zu betreten“ sehen und damit auch zur „Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Kirche“.