Zwentendorf an der Donau

Erstellt am 03. Juli 2016, 10:58

von APA/Red

Seltene Tier- und Pflanzenarten. Bienen-Ragwurz, Glanz-Wolfsmilch und Knautien-Sandbiene als jüngste Entdeckungen

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Bienen-Ragwurz, Glanz-Wolfsmilch und Knautien-Sandbiene: Was für den Laien fremd klingt, sind für Gerhard Heilingbrunner, Ehrenpräsident des Umweltdachverbandes, echte Highlights. Es handelt sich einer Aussendung zufolge um die jüngsten Entdeckungen seltener Tier- und Pflanzenarten, die auf der Roten Liste Niederösterreichs stehen und sich auf dem Gelände des EVN-Kraftwerks Dürnrohr finden.

Auf dem Areal sind laut dem Versorgungsunternehmen seit einigen Monaten mehrere Biologen am Werk. Sie untersuchen das etwa 140 Hektar große Areal auf die dort lebenden Tier- und Pflanzenarten.

Diesmal steche vor allem die Bienen-Ragwurz hervor. Die in Österreich stark vom Aussterben bedrohte Pflanze komme bevorzugt auf Magerwiesen und Halbtrockenrasen vor. Ihr Schwerpunkt liege in den östlichen und südlichen Bundesländern. "Der Fundort beim Kraftwerk Dürnrohr liegt jedoch weit entfernt von bisher bekannten Beständen und ist deshalb besonders bemerkenswert", wird betont.

 Nur mehr in wenigen Teilen Niederösterreichs

 Ganz ähnlich die Glanz-Wolfsmilch, die eher feuchte Lehmböden bevorzuge. Sie komme wegen der intensiven Landwirtschaft heute nur mehr in wenigen Teilen Niederösterreichs vor, am EVN Standort habe sie jedoch eine neue Heimat gefunden. Die Knautien-Sandbiene fühle sich hier ebenfalls sehr wohl. Sie könne nur auf Wiesen leben, auf denen die Acker-Witwenblume vorkommt. Weil das Kraftwerksareal nur ein bis zwei Mal im Jahr abgemäht werde, fänden die Bienen während der ganzen Saison ein ausgiebiges Blütenangebot vor.

Der Artenreichtum in Dürnrohr überrasche immer wieder, betonte Heilingbrunner. "Hier wird sichtbar, wie die Natur sich ihren eigenen Weg sucht, wenn man sie nur lässt. Eine solche Vielfalt ist im ganzen Tullnerfeld einzigartig."

Das Gebiet in Dürnrohr soll weiter untersucht werden. Neue Funde würden auch künftig erwartet. EVN-Sprecher Stefan Zach bezeichnete die Bewahrung der Artenvielfalt als "wichtiges Anliegen" des Unternehmens.