Erstellt am 15. September 2015, 06:02

von Thomas Peischl

„Menschliche Pflicht“. In zwei Tullner Messehallen wurden kurzfristig bis zu 900 Flüchtlinge aufgenommen. Viele Freiwillige halfen mit.

Messe-Geschäftsführer Wolfgang Strasser, Rotkreuz-Bezirkskommandant Michael Weissmann und Bürgermeister Peter Eisenschenk zwischen den Messehallen, die als Notquartiere zur Verfügung gestellt wurden.  |  NOEN, Peischl

Das Rote Kreuz benötigte dringend Quartiere für den anhaltenden Flüchtlingsstrom und die Tullner Messe GmbH sprang ein. Die NÖN berichtete: 

Bürgermeister Peter Eisenschenk und Messe-Geschäftsführer Wolfgang Strasser sind sich einig: „Es war unsere menschliche Pflicht und gar keine Frage, dass wir das machen.“

Bis 16. September werden die Hallen 6 und 8 als Notquartiere für Flüchtlinge, die nach Deutschland weiterreisen wollen, zur Verfügung gestellt. „Länger geht es beim besten Willen nicht, wir müssen auch darauf achten unseren Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten und die nächste Messe vorzubereiten“, erklärt Strasser.

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Mitarbeiter des Roten Kreuzes hatten gemeinsam mit Mitarbeitern der Messe die beiden Hallen als Quartiere adaptiert. Das Rote Kreuz sorgte für Verpflegung und medizinische Versorgung der Flüchtlinge.

"Haben viel durchgemacht, um neue Chance zu bekommen"

Aber schon nach kurzer Zeit wurden die geschulten Helfer von zahlreichen Freiwilligen aus der Bevölkerung aus Tulln und Umgebung unterstützt. Obst und Kleidung wurden verteilt und auch das eine oder andere Kinderspielzeug sorgte für ein dankbares Lächeln bei Menschen, die sichtlich schon lange nichts mehr Gutes erlebt hatten.

„Es ist unglaublich, dass es noch immer Leute gibt, die gegen diese armen Menschen hetzen“, schildert eine Helferin, „es ist herzzerreißend, aber wenn man, Flüchtlinge persönlich trifft, mit ihnen spricht und ihnen in die Augen schaut, dann kann man sich ungefähr ausmalen, was sie alles durchgemacht haben müssen, nur um anderswo eine neue Chance zu bekommen.“