Erstellt am 22. September 2015, 05:17

von Thomas Peischl

Container kommen an fünf Standorten. TVP, SPÖ und Grüne einigen sich über Vorgangsweise. Ab 20. Oktober müssen Quartiere bereitstehen.

Präsentierten den Stadtratsbeschluss zur Container-Aufstellung an fünf Standorten (v.l.): Norbert Pay, Elfriede Pfeiffer, Johann Mayerhofer, Harald Wimmer, Liane Marecsek, Hubert Herzog, Peter Eisenschenk, Harald Schinnerl und Johannes Sykora.  |  NOEN, Thomas Peischl
Im Stadtrat beschlossen TVP, SPÖ und Grüne die Verteilung der geplanten Wohncontainer für Flüchtlinge auf fünf Standorte. „Wir müssen ab 20. Oktober Quartiere zur Verfügung stellen. Es galt, diese Herausforderung mit der gebotenen Menschlichkeit zu lösen“, betont Bürgermeister Peter Eisenschenk (TVP). Währenddessen soll aber auch die Wohnungssuche aktiv weiterbetrieben werden. Das Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt, die Stadt zahlt für die Errichtung rund 45.000 Euro. Die Zuteilung der Flüchtlinge erfolgt über das Land Niederösterreich.

„Wir hätten uns auch gewünscht, dass keine Container notwendig wären. Aber in der Zeit, die bleibt, ist keine andere Lösung machbar“, meinte Stadträtin Liane Marecsek (Grüne). Sie empfahl den aktiven Kontakt mit Asylwerbern: „Wer diesen armen Menschen persönlich in die Augen schaut, hat keine Angst mehr.“ In eine ähnliche Richtung argumentiert Stadtrat Harald Wimmer (SPÖ): „Viele Personen äußern Ängste und wir müssen informieren. Beim Stadtfest helfen beispielsweise immer mehrere ehemalige Flüchtlinge aus Bosnien mit.“ Daran würde sich auch niemand stoßen.

Gegen die Container-Lösung stimmte im Stadtrat nur Ludwig Buchinger (TOP): „Nicht falsch verstehen, ich bin nicht gegen Flüchtlinge, aber gegen diese Vorgangsweise.“ Es wäre falsch, die Bevölkerung „einfach so zu überfahren“. Mit persönlichen Gesprächen hätte man genügend leerstehende Wohnungen/Immobilien finden können und: „Ich selbst werde auch einen Flüchtling aufnehmen.“

Standorte, Info und Hotline

Die Wohncontainer für je rund 20 Flüchtlinge sollen an folgenden Standorten aufgestellt werden:
- Frauenhofen (Privatgrundstück Starkl)
- Pfarre St. Stephan (Pfarrgarten, Wiener Straße/Kirchengasse)
- Pfarre St. Severin (Parkplatz am Alten Ziegelweg)
- Josef-Reither-Straße (Privatgrundstück Agrana)
- Langenlebarn (am Ende der Tulbinger Straße)

Info-Veranstaltung
Dienstag, 6. Oktober, um 19 Uhr im Atrium des Rathauses

Hotline und Infos
Tullner Flüchtlingstelefon
02272/690-110
fluechtlingshilfe@tulln.gv.at