Erstellt am 23. Dezember 2015, 05:43

von Doris Firmkranz und Bernhard Steinböck

Gasaustritt bleibt Rätsel. 300 Schüler und Lehrer wurden aufgrund eines Schadstoffaustrittes ins Freie in Sicherheit gebracht. Woher das ominöse Gas kam, ist noch immer unklar.

Hauptsache, den Schülern ist nichts passiert.« Direktorin Ingrid Balka und Einsatzleiter Alfred Eisler fällt das Lachen wieder leichter.  |  NOEN, Steinböck

Der Schock über den Gasaustritt im Tullner Bundesschulzentrum steckt Lehrern, Schülern und Eltern noch in den Knochen. Wurde richtig gehandelt? Woher kam das Gas? Diese und mehr Fragen sind Dauerbrenner in der Schule.

Schwindel, Reizhusten und Übelkeit waren die Symptome mehrerer Betroffener, als am vergangenen Dienstag die Einsatzkräfte ausrückten. 300 Schüler und Lehrer wurden aus Sicherheitsgründen evakuiert, 26 Jugendliche vor Ort ambulant behandelt, 40 in umliegenden Krankenhäusern aufgenommen. Was genau geschehen war, darüber herrscht nach wie vor Rätselraten.

Zu keinem Zeitpunkt Schüler in Lebensgefahr

„Bei ersten Messungen haben die Analysegeräte angeschlagen“, bestätigt Christoph Kaiblinger von der Stadtfeuerwehr Tulln. „Leider ohne konkretes Ergebnis.“ Über die Nachtstunden wurde das Gebäude in der Hoffnung, der Schadstoff könnte, wenn konzentriert, doch noch nachgewiesen werden, gesperrt. Doch auch nachfolgende Messungen mit Spezialgeräten brachten kein Ergebnis. Wichtig ist, dass, laut Feuerwehr, zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr für die Schüler bestand.

Eine Lehrerin hatte die Rettung gerufen, um sich zu erkundigen, was man gegen Reizhusten unternehmen könne, und diese dürften an der Stimme erkannt haben, dass Gefahr im Verzug ist.

„Um zwei Uhr kamen Meldungen, in der Garderobe würde es ein wenig komisch riechen. Wenn ich jedoch jedes Mal die Feuerwehr alarmieren würde, gäbe es wöchentlich Feueralarm“, so Direktorin Ingrid Balka über die Vorgänge aus ihrer Sicht. Rund eine dreiviertel Stunde später sei sie darüber informiert worden, dass eine Kollegin von starkem Husten betroffen sei. Balka: „Ich selbst habe aber gar nichts gerochen.“

Auch die Feuerwehr hätte keine triftigen Gründe gehabt, solange man keine Kenntnis über die Beschaffenheit des Gases hatte, Alarm auszulösen. „Zum Einen wegen der Explosionsgefahr. Zum anderen aufgrund möglicher kontaminierter Gänge, in denen sich die Schüler sonst bewegt hätten. Die Feuerwehrleute sind dann durch die Gänge gegangen und haben die Schüler evakuiert“, berichtet Balka. Dadurch hätte man auch Panik vermeiden wollen.

Indes ist die Ursachenforschung seitens der Polizei weiter im Gang. NÖ Polizeisprecher Johann Baumschlager: „Wir erheben weiter.“ Schulwart Manfred Distel, der als einer der Ersten bemerkte, dass da etwas nicht stimmte, vermutet: „Für mich liegt nahe, dass etwas absichtlich eingebracht worden ist, dass sich schnell verflüchtigt hat. Vielleicht war ja ein Spaßvogel am Werk. Derzeit kann man aber nur spekulieren.“