Erstellt am 05. Mai 2016, 12:54

von Claudia Stöcklöcker

Geld in präparierter Bibel. 40-Jährige gesteht Betrug und Diebstahl nicht. „Ich gehe jeden Sonntag in die Kirche“, beteuert sie redliches Leben.

 |  NOEN, Symbolbild

"Ich bin verärgert, weil sie mich gelegt hat" sagt ein Wiener im Prozess. Rund 46.000 Euro lockte ihm eine 40-Jährige aus dem Bezirk aus der Tasche. Goldschmuck und Münzen im Wert von 10.000 Euro ließ die Putzfrau bei zwei Familien mitgehen. Wegen schweren Betrugs und gewerbsmäßigen Diebstahls sitzt sie vorm Richter.

„Sie hat versprochen zurückzuzahlen“, versichert der Wiener. Und weiters: „Für einen Rollstuhl für ihre Mutter hat sie Geld gebraucht, für die Ausbildung zur Krankenschwester, die Kaution einer Wohnung, Anwalts- und Spitalskosten. Alles nur erfunden“, wettert er. Ein Teil seines Geldes wurde bei einer Hausdurchsuchung gefunden.

"Eine präparierte Bibel - wie im Film"

„500-Euro-Scheine, schön versteckt, in einem Hohlraum einer präparierten Bibel. Wie im Film“, weiß der Richter. Enttäuscht von der 40-Jährigen sind auch zwei Familien aus dem Bezirk. „Sie hat bei uns geputzt, wir haben ihr vertraut“, sagen sie. Dass die 40-Jährige sich dort als Langfinger übte, fiel nicht sofort auf. „Sogar die Schutzengerl der Kinder sind weg und sie hat die Goldketten gegen wertlosen Modeschmuck ausgetauscht“, sagt eines der Opfer. „Und Goldmünzen gegen Schweizer Rappen“, erzählt ein anderer.

„Alle lügen, ich bin unschuldig. Ich gehe jeden Sonntag in die Kirche“, beteuert die Angeklagte. „Ich weiß, Sie sind ein Justizopfer, mir kommen die Tränen“, kontert darob der Richter und verhängt 16 Monate bedingt. Nicht rechtskräftig.