Erstellt am 03. Februar 2016, 05:43

von Martin Gruber-Dorninger und Doris Firmkranz

Grippewelle rauscht über Tulln hinweg. Im Tullner Krankenhaus herrscht derzeit Hochbetrieb. Fälle liegen, laut Klinikum, allerdings nicht über dem Durchschnitt.

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Plötzlich auftretendes hohes Fieber, Übelkeit und heftige Kopfschmerzen – das sind üblicherweise die Symptome einer beginnenden (echten) Grippe. Hochbetrieb herrscht deshalb derzeit im Tullner Universitätsklinikum, und da vor allem in der Kinderambulanz. Eine Grippewelle rollt auf die Stadt zu, das Tullner Krankenhaus beschwichtigt aber.

 

„Ganz so schlimm ist es nicht. Wir haben täglich etwa zehn bis 15 Fälle, wo sich tatsächlich Grippe diagnostizieren lässt“, berichtet Krankenhaus-Pressesprecher Reinhard Koller. Den Hauptgrund für den Ansturm, vor allem am Wochenende, sieht Koller hauptsächlich darin, dass am Samstag und Sonntag die Praxen der Kinderärzte geschlossen sind. Es sei also alles im „Grünen“ Bereich.

Außerhalb der Krankenhausmauern schaut es allerdings derzeit etwas anders aus. Die Grippewelle (deren offizielle Bestätigung seitens des Departements für Virologie der MedUni Wien jeden Moment erwartet wird) hat die Stadt fest im Griff. Der heimtückische Virus schlug bereits in der Vorwoche gründlich zu: „Auf einmal sind in der Klasse von 20 Kindern nur mehr fünf dagesessen“, berichtet Birgit Neigenfind, Lehrerin an der Volksschule 1.

Kinderärztin Christine Feyertag: „Leider sind noch immer zu wenige Kinder geimpft. Besonders wenn dann zur Grippe noch eine Infektion wie Mittelohr- oder Lungenentzündung kommt, kann es mitunter Komplikationen geben.“

Impfen reduziert das Risiko

Und so sieht es bei den Erwachsenen aus: Die NÖ Gebietskrankenkasse vermeldet seit Jahresbeginn einen nur leichten Anstieg der Krankenstände. Jedoch haben sich letzte Woche die Fälle echter Grippe plötzlich mehr als verdoppelt. Zählt man grippale Infekte und echte Grippe zusammen, mussten im Vorjahr allerdings zur gleichen Zeit um 1.000 Personen mehr das Bett hüten. Experten rechnen damit, dass die Grippewelle noch rund sechs Wochen andauert.

Durch den Dreifach-Impfstoff gegen die aktuell zirkulierenden Influenza-B-Viren sei kein ausreichender Schutz gegeben. Allein der Vierfach-Impfstoff decke besagten B-Virus-Stamm ab, ist aber nur für eine bestimmte Personengruppe zu gelassen.