Atzenbrugg

Erstellt am 20. Juli 2016, 05:29

Jugend hält auf Tradition. Heuer lädt die Blasmusik Heiligeneich zur Marschmusikwertung mit über 20 Kapellen und rund 800 Musikern ein. Geprobt wird eifrig, die Vorbereitungen laufen.

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Im September ist es soweit: Die Blasmusik Heiligeneich lädt im Jubiläumsjahr zum Bezirksmusikfest nach Atzenbrugg ein. Mehr als 20 Musikkapellen werden im Ortszentrum zur beliebten Marschmusikbewertung antreten. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, um für über 800 Musikanten ein unvergessliches Fest im Schlossgarten zu gestalten.

Die erste Marschprobe hat bereits stattgefunden. Stabführer Christoph Gutscher ist dabei wichtig, dass die besprochenen Punkte bei der Wertung gut umgesetzt werden: „Ich wünsche mir, dass meine Kameraden das Bestmögliche abrufen können, dass jeder am Ende zufrieden ist und dass sich der Probenaufwand lohnt.“

Jedoch könne nie alles nach Plan verlaufen. Ist man einmal angetreten und wartet auf das Aviso zum Wegmarschieren, könne man nur mehr das Schicksal arbeiten lassen. Da sei es Pech, wird der Hut vom Wind weggetragen, setzt sich eine Fliege auf die Nase oder befindet sich eine Lacke auf der Strecke. Das müsse man hinnehmen und nach dem Motto „Augen zu und durch“ weitermusizieren. Stabführer, Kapellmeisterin Bettina Feichtinger und Obmann Markus Haferl sind sich einig, dass der Spaß im Vordergrund stehen soll. „Am wichtigsten ist die Freude an der Musik und die Kameradschaft“, so Feichtinger.

Funktion des Vereins: Tradition weitergeben

Haferl sieht die Funktion des Vereines in der Weitergabe der Tradition: „Wir haben eine gewisse Verantwortung, unsere Tradition zu erhalten und diese an die Jugend weiterzugeben.“ Aktuell sind viele Jungmusiker in der Kapelle. „Früher hat man später begonnen ein Instrument zu lernen. Der Altersschnitt hat sich durch die gegebene Ausbildungsmöglichkeit verjüngt“, erklärt Haferl.

Auch bei den Musikveranstaltungen sei das Interesse der jungen Zuhörer zu beobachten. Gutscher: „Auch die Tracht hat momentan einen hohen Stellenwert.“ Markus Haferl meint, dass sich die Leute wieder besinnen und merken, „dass daham ned schlecht is. Blasmusik ist nicht nur Polka.“

Auch bei den jährlichen Konzerten wird das Programm an die Zuhörer angepasst. Um es erfolgreich gestalten zu können, benötigt es viel Arbeit und Disziplin. „Auch wenn es notwendig ist, dass die Musikanten aufmerksam sind und sich Zeit nehmen, die Probe sollte als Oase gelten, in der man Zeit für sich hat und als Belohnung mit seinen Freunden Zeit verbringt“, so die Kapellmeisterin. Obmann Haferl sieht die Größe der Kapelle als Herausforderung. „Viele Menschen haben viele Meinungen und da ist es mir wichtig, dass das gute Klima beibehalten bleibt. Wir müssen alle dort abholen, wo sie stehen und mitnehmen.“ Für die Zukunft wünschen sich die drei, dass alles so gut weitergeht wie in den letzten 50 Jahren.

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