Erstellt am 04. Mai 2016, 05:54

von Günter Rapp

„Helis“ gegen Frost. Erstmals nach rund 40 Jahren wurde Stroh in den Weingärten abgebrannt, was auch für Unmut der Bevölkerung sorgte. FELS, REGION WAGRAM / 

 |  NOEN, Rapp

Großes Zittern in der Vorwoche bei den Winzern der Region. Einige Grade unter dem Gefrierpunkt ließen bei vielen Weinbauern schreckliche Erinnerungen an jene Nacht Anfang Mai 2012 wach werden. Damals vernichtete ein verheerender Frost einen Großteil der Rebanlagen.

Die Winzer hatten diesmal vorgesorgt. Nicht nur mit dem Abbrennen von Stroh in den Weingärten, was wegen der massiven Raucheentwicklung bei manchen Bewohnern am Wagram allerdings auch für einigen Unmut sorgte. „Wir hoffen dennoch auf Verständnis der Bewohner. Immerhin geht es hier um Existenzen“, so ein Felser Winzer.

Zwei Hubschrauber im Einsatz

Auf Initiative der Felser Winzer um Horst Kolkmann standen diesmal zwei Hubschrauber im Einsatz. „Durch die Rotorblätter werden die höher gelagerten wärmeren Luftmassen in Bodennähe gebracht“, erläutert Horst Kolkmann. „Pro Überflug der Weingärten kann die Luft um 0,2 bis 2 Grad erwärmt werden.“

Frostschäden wird es trotzdem geben. In Fels sprachen einige Weinbauern sogar von Ernteausfällen von bis zu 50 Prozent. Ein exaktes Schadensausmaß wird aber erst in etwa zwei Wochen feststellbar sein. Das stellte auch Weinbauverbandsobmann Leopold Blauensteiner fest.

Frostschäden auf 25 Prozent beziffert

Horst Kolkmann beziffert die vermutlichen Frostschäden mit ca. 25 Prozent. „Vor allem in tieferen Lagen, wo sich sogenannte Kaltluftseen gebildet haben. Trotzdem dürften wir noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen sein.“

Als negativ erwiesen sich auch die Hagelnetze, die den Rebstöcken Schutz bieten und so für einen früheren Austrieb sorgen. Die bereits weiter entwickelten Triebe traf der jetzige Morgenfrost mit voller Härte.