Erstellt am 25. Mai 2016, 10:45

Hohe Artenvielfalt in Dürnrohr. Am Sonntag fand zum 16. Mal der „Internationale Tag der Artenvielfalt“ statt – und die EVN feierte mit.

 |  NOEN, Alexander Mrkvicka

Schon 2009 wurde das Gebiet um das kalorische Kraftwerk Dürnrohr erstmals biologisch untersucht. Was damals gefunden war eine große Überraschung. Mehr als 500 Arten, knapp 50 davon auf der roten Liste Niederösterreichs.

Noch mehr Spezies als angenommen

Sieben Jahre später möchte die EVN es noch einmal wissen. Seit einigen Wochen sind wieder Spezialisten am Werk und untersuchen das rund 140 ha große Kraftwerksgelände. Schon kurze Zeit später ist klar, in Dürnrohr leben noch viel mehr Spezies als bisher angenommen.

Die beiden leitenden Biologen Gernot Kunz von der Karl-Franzens-Universität Graz und Alexander Mrkvicka zeigen sich positiv überrascht: „Schon nach so wenigen Untersuchungstagen haben wir über hundert neue Arten entdeckt. Für uns ist das ein weiterer Beweis, dass es sich um ein ganz besonderes Areal handelt. Die Natur kann sich hier ungehindert ausbreiten.“

Wenig Menschen, kaum Straßenverkehr

Wechselkröte, Großes Federgras oder Wiener Schnirkelschnecke – nicht nur diese drei haben in Dürnrohr ein neues zu Hause gefunden. Johann Zischkin, Mitarbeiter im Kraftwerk, ist ebenfalls beeindruckt: „Ich hätte nie gedacht, dass hier so viele Arten heimisch sind. Natürlich ist es aber sehr schön, dass die Wiesen hinter dem Kraftwerk einen so außergewöhnlicher Lebensraum bieten.“ Auch er hilft wo er kann und kümmert sich um die regelmäßige Leerung der Insektenfalle, die von den Biologen auf dem Gelände platziert wurde. 

Das Gelände ist seit rund 100 Jahren eingezäunt, störende Einflüsse von außen fallen dadurch weg. Wenige Menschen, kaum Straßenverkehr und keine natürlichen Feinde sorgen dafür, dass der Natur hier keine Grenzen gesetzt sind. Eine solche Artenvielfalt lässt sich sonst im ganzen Tullnerfeld nicht finden. Ausgerechnet das Kraftwerk Dürnrohr ist also ein grüner Fleck im Herzen Niederösterreichs.