Erstellt am 02. Januar 2016, 05:48

„Ich bin der Stern und geh’ voraus“. Sternsinger / Anfang Jänner beginnt die Dreikönigsaktion. Die gesammelten Spenden gehen diesmal an Bedürftige in Nordost-Indien. BEZIRK TULLN / Im neuen Jahr gehen sie wieder von Haus zu Haus, um Segenswünsche zu bringen: Die Sternsinger.

Foto Ernst Weingartner, Sternsinger in Eggenburg NÖ mit einer Rodel  |  NOEN, Rupert Kornell, Ernst Weingartner, Anton Zeder, Leo Nowak, privat

Im neuen Jahr gehen sie wieder von Haus zu Haus, um Segenswünsche zu bringen: Die Sternsinger. Verkleidet als Caspar, Melchior und Balthasar tragen Jugendliche und Kinder, begleitet vom Stern, der ihnen den Weg weist, kleine Gedichte oder Lieder vor. Mit der Aktion setzen sich die „Weisen aus dem Morgenland“ für Menschen ein, denen ein Weihnachtsfest in Frieden, Sicherheit und Wohlstand verwehrt bleibt.

Fast drei Millionen Euro gesammelt

Rund 85.000 Sternsinger baten im Jänner des Vorjahres im ganzen Land um Spenden. Das „Spendengütesiegel“ garantiert dabei Transparenz im Abwicklungsprozess.

Niederösterreichweit kamen nahezu drei Millionen Euro zusammen, davon rund die Hälfte in der Diözese St. Pölten. Auch das Ergebnis der

Dreikönigsaktion in den 16 Pfarren des Bezirks Tulln konnte sich mit insgesamt über 75.000 Euro an gesammelten Spendengeldern sehen lassen. Spitzenreiter war die Pfarre St. Andrä-Wördern. In Niederösterreich werden voraussichtlich etwa 22.500 Kinder und Jugendliche unterwegs sein, davon 12.500 in der Diözese St. Pölten. Papst Franziskus hat den Sternsingern für ihre Verdienste einen besonderen Titel verliehen - er bezeichnete sie als „Anwälte der Armen und Notleidenden“ und betonte, dass das Geld in den bunt gestalteten Dreikönigskassen Jahr für Jahr Menschen in Armutsregionen der Erde hilft.

Das Motto lautet: „Hilfe zur Selbsthilfe“

In 20 benachteiligten Ländern kommen die gesammelten Spenden zum Einsatz. Oft fehlt es dort an Schulbildung, es herrscht Hunger, die Gesundheitsversorgung ist schlecht und Menschenrechte werden verletzt. Die Betroffenen wissen meist selbst am besten, wie sie sich helfen können, oft fehlen allerdings die Mittel. Durch die Sternsingeraktion haben einige von ihnen die Möglichkeit, ihre Pläne auch umzusetzen. Die rund 500 Hilfsprojekte erstrecken sich auch auf Asien, Afrika und Lateinamerika. Ein von Armut und Unruhen betroffenes Land ist beispielsweise Indien. Mit über einer Milliarde Menschen ist Indien der Staat mit der zweitgrößten Bevölkerung.

Obwohl das Land sich in den letzten Jahren wirtschaftlich hochkatapultiert hat, gibt es immer noch massive Benachteiligung und große Armut. Über 40 Prozent der Menschen müssen mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. In Nordost-Indien haben gewalttätige Konflikte zwischen Volksgruppen fatale Folgen: Schulen, Spitäler und Häuser werden zerstört, es fehlt an Nahrung, medizinischer Versorgung und Bildung. Nur 15 Prozent der Frauen und 35 Prozent der Männer können lesen und schreiben. Vor allem junge Menschen finden oft keine Arbeit. Die Partnerorganisationen der Dreikönigsaktion setzen ihre Unterstützung vor Ort in den Problembereichen an: Der Schulbesuch soll ermöglicht, die Ernährung verbessert, die Gesundheit gesichert und Arbeit geschaffen werden.