Erstellt am 23. Dezember 2015, 05:43

von Martin Gruber-Dorninger

"Ich hab' davon aus dem Radio erfahren". Peter Eisenschenk ist verwundert über die Vorgehensweise des Verteidigungsministeriums: "Nicht informiert."

Das Fliegerhorst in Langenlebarn wird ab April eine Bundesbetreuungsstelle.  |  NOEN, Urbanitsch

Kommen Asylwerber in das Fliegerhorst Brumowski? Darüber herrschte in Tulln lange Rätselraten. Es wurde sogar stark dementiert und von Panikmache war die Rede. Nun ist es aber Gewissheit. Ab Ende April sollen 150 Asylwerber in den Fliegerhorst einziehen. Bürgermeister Peter Eisenschenk ist „not amused“.

Am Montag hielt sich das Innenministerium noch ein Hintertürl offen. „Es gibt eine Verordnung, wonach Kasernenstandorte dahingehend überprüft werden, ob eine Einquartierung von Asylwerbern möglich wäre. Die Kaserne in Langenlebarn steht auf dieser Liste“, erklärt BMI-Pressesprecher Alexander Morakovits.

Eisenschenk über Minister verwundert

Am Dienstag herrschte dann Gewissheit. „Ich hab’ von der Entscheidung des Verteidigungsministeriums, die Flüchtlinge im Fliegerhorst unterzubringen, aus dem Radio erfahren“, ärgert sich Eisenschenk. Er fragte nach und bekam die Bestätigung – und das verspätet, obwohl er ständig in Kontakt mit den Ministerien war. „Es ist ein außergewöhnlich schlechter Stil, dass es der Verteidigungsminister nicht geschafft hat, mich als Bürgermeister der Garnisonsstadt darüber zu informieren, dass er dem Innenministerium den Fliegerhorst als Flüchtlingsquartier anbietet“, ist Eisenschenk verwundert.

Andreas Bors von der FPÖ reagiert ebenfalls erzürnt: „Tulln erfüllt seine Quote mit den fünf Containerdörfern bereits.“ Das Quartier in der Kaserne solle eine Bundesbetreuungsstelle werden. Von da aus soll den Asylwerbern, nach einem Aufenthalt von ein bis zwei Monaten, ein fixes Quartier zugewiesen werden.

Dies widerspricht dem Vorhaben der Stadtgemeinde einer sanften Integration. „Ich bin jedenfalls stolz, dass wir bisher bei der Flüchtlingsbetreuung höchste Qualität anbieten konnten. Ich bedanke mich bei den Menschen, die hier bereits Hilfe geleistet haben“, richtet sich Eisenschenk an die vielen Freiwilligen sowie an die Mitarbeiter des Roten Kreuzes und an die „Plattform Flüchtlingshilfe“.