Erstellt am 20. Januar 2016, 05:48

von Patrizia Golda

Kater "gecatnapped". Betagter Kater von Familie weggelockt und ins Tierschutzhaus gebracht."Entführerin" dachte, das Tier würde von seinen Besitzern vernachlässigt.

 |  NOEN, Symbolbild

Der 17-jährige Kater der Familie H. wurde vom Haus weggelockt und in ein Tierschutzheim gebracht. Motiv der Entführerin: Angebliche Vernachlässigung.

Jungfamilie H. besitzt neben dem Kater auch einen Hund und kümmert sich um beide Tiere rührend. Der Kater ist in seiner Wohnstraße eine Art Institution, er verbringt die meiste Zeit im Freien, durch die Straßen flanierend. Aufgrund seines Alters ist sein Aussehen etwas verwildert, auch fehlen ihm bereits einige Zähne.

Tierquälerei vorgeworfen

Dieser Umstand war für eine Dame aus Wördern offensichtlich Grund genug, um der Familie H. Tierquälerei vorzuwerfen. Statt die Familie zu kontaktieren, entführte sie kurzerhand den Kater. Drei Tage später bekam Familie H. einen Drohbrief von der Entführerin. Darin erklärt diese, zugunsten des Tieres gehandelt zu haben. Sie habe den Kater in ein Tierschutzheim gebracht, um ihn aus den Händen der Familie H. zu retten.

Doch damit begann die eigentliche Tortur für das Tier, denn zuvor hat die Dame den Kater mit dem Auto zu sich genommen und angeblich im Badezimmer eingesperrt. Anschließend brachte sie ihn in die Tierarztpraxis Riegergasse, wo er zahlreiche Untersuchungen über sich ergehen lassen musste und Medikamente bekam. Schließlich brachte die vermeintliche Retterin den Kater ins Tierschutzheim Königstetten und gab dort angeblich an, dass die Besitzer bereits vor zwei Jahren verstorben seien. Das Tierschutzheim wiederum kontaktierte zur medizinischen Abklärung den Amtstierarzt, der sich das Tier bald ansehen soll.

Kater mittlerweile wieder zu Hause

Der alte Kater ist mittlerweile wieder zu Hause bei Familie H., die alles aufklären und ihren Liebling abholen konnte. Doch die Sache ist nicht spurlos an dem alten Kater vorüber gegangen, denn er ist seitdem verstört und wie ausgewechselt. Er verkriecht sich nun im letzten Winkel des Hauses und hat den Garten seit seiner Rückkehr nicht wieder betreten. Familie H. möchte Aufklärung durch eine tierärztliche Untersuchung.

Faksimile des „Drohbriefes“