Erstellt am 09. März 2016, 05:04

von Maria Knöpfl

Kein Nahversorger in Zwentendorf. Da der Markt wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist, sperrt Stefan Glaser zu. Auf den Schulden bleibt er sitzen.

Der Spar-Markt Glaser sperrt mit Ende März zu, dann gibt es in Zwentendorf keinen Nahversorger mehr.  |  NOEN, Knöpfl

Seit 2012 betreibt Stefan Glaser den Spar-Markt-Glaser im Herzen von Zwentendorf. Nach anfänglich gutem Erfolg, trat eine Stagnation ein und nun ist der Markt wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Als Ursache für den Umsatzrückgang sieht Stefan Glaser die fehlende Kundenfrequenz durch die Schließung von zwei Banken sowie dem Drogeriemarkt Schlecker.

Der mit Spar geschlossene Liefervertrag sieht die Abgeltung wirtschaftlicher Verluste vor. Durch den vorzeitigen Vertragsausstieg muss Stefan Glaser alle bisher geleisteten Förderungen an Spar zurückzahlen und bei der Schließung die nicht verkaufte Ware selbst verwerten. Der Nahversorger Glaser war auch Postpartner. Auch dieser Vertrag wurde gekündigt und es ist noch keine Nachfolge bekannt.

Auch Poststandort steht auf dem Spiel

Stefan Glaser: „Ich bleibe auf den Schulden sitzen, doch besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“

Zerknirscht angesichts des Verlusts des Nahversorgers im Zentrum zeigt sich auch Bürgermeister Hermann Kühtreiber: „Die Gemeinde muss mit der Schließung von zwei Banken jetzt einen neuerlichen Rückschlag hinnehmen. Für die Bevölkerung ist das ein großes Problem, denn es ist nicht nur der Lebensmittelhandel betroffen, sondern es steht auch der Poststandort auf dem Spiel.“

Während Stefan Glaser seine Verdienstmöglichkeiten im Betrieb zweier A1-Tankstellen in Erpersdorf sowie in St. Pölten sieht, ist die Nahversorgung von Zwentendorf noch unklar. Spar sucht einen neuen Pächter oder es könnte in Kooperation mit dem Raiffeisenlagerhaus ein neuer Markt entstehen.