Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:52

von Wolfgang Stritzl

Die Reifeprüfung abgelegt. Wolfgang Stritzl über unsere Tennis-Hoffnung Lucas Miedler.

Tennis-Österreich hat ein neues Gesicht. Spätestens seit Montag ist Lucas Miedler allen Fans im Land ein Begriff. Allein schon die geschaffte Qualifikation war eine Meisterleistung.

Mit dem Sieg gegen den um 16 Jahre älteren Michael Berrer, auf dessen heuriger Abschussliste kein Geringerer als Rafael Nadal steht, hat Miedler – während frühere Schulkollegen von ihm am BG/BRG Tulln die Matura zum Herbsttermin absolvierten – die Tennis-Reifeprüfung abgelegt.

Am Montag stand der 19-Jährige erstmals im Rampenlicht. Er hatte die Ehre, Österreichs größtes Tennis-Turnier aller Zeiten am Centercourt zu eröffnen. Ihm gegenüber stand der frühere Top-Ten-Mann Ernests Gulbis.

Der Tullner bestand seine ATP-Feuertaufe mit Bravour, gewann den zweiten Satz, machte insgesamt kaum weniger Punkte als sein prominenter Gegner.

Während Miedler im Doppel schon der Übergang ins Erwachsenen-Tennis gelungen ist – er gewann auf Future-Ebene heuer elf (!) Titel, davor den Junioren-Bewerb der Australien-Open und ist Nummer 232 der Welt – steht er auch im Einzel davor.

Verloren hat Lucas Miedler die erste Hauptrunde eines ATP-Turniers. Gewonnen hat er mit einem Schlag soviel Preisfeld wie in seiner Karriere zuvor, Weltranglisten-Punkte – und die Anerkennung von Tennis-Österreich, Sympathien, vor allem aber wichtige Erfahrung.