Erstellt am 20. Januar 2016, 05:23

von Thomas Peischl

Ein Hilfeschrei der Freiwilligen. Thomas Peischl über die Last des Feuerwehrkommandanten.

Es gibt ein geflügeltes Wort unter Gemeindevertretern: „Als Bürgermeister stehst du immer mit einem Fuß im Kriminal!“ Das soll jetzt nicht heißen, dass die geschäftsführenden Organe unserer Gemeinden alle Strizzis sind. Nein, hier geht es um den stetig wachsenden Berg der Aufgaben und Vorschriften, den ein Einzelner unmöglich überblicken kann.

Ähnliches gilt für die Kommandanten unserer Freiwilligen Feuerwehren und je größer die Wehr, desto höher die Verantwortung. Dazu kommt, dass sich die Anklage-Kultur auch in Österreich amerikanischen Verhältnissen nähert. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Kommandant wegen eines „Einsatzfehlers“ nicht nur angeklagt, sondern auch verurteilt wird.

Die Mitglieder der Stadtfeuerwehr Tulln (417 Einsätze und 12.323 geleistete ehrenamtliche Stunden) setzten jetzt durch Nichtwahl eines neuen Kommandanten einen Hilferuf ab. Wenn es mit Hilfe der Stadtgemeinde tatsächlich gelingt, die Last auf mehr Schultern als bisher aufzuteilen, kann das Vorbildwirkung haben.