Erstellt am 11. November 2015, 05:07

von Thomas Peischl

Im Zweifel für die Kohle. Thomas Peischl über das EVN-Kraftwerk Dürnrohr.

Taferl machen sich immer gut: "Klimaschutz jetzt!"oder "Keine weiteren 10 Jahre Kohlekraft". Klingt gut, wer will schon Stinkekraftwerke, die unsere Atemluft verpesten?

Jetzt versetzen wir uns gedanklich einmal an einen windstillen, eiskalten, trüben Wintertag. Die Donau hat Niederwasser, ein Großteil der Wasserkraftwerksturbinen steht still. Die Speicherbatterien für Sonnen- und Windenergie sind noch weit davon entfernt, den Bedarf für größere Zeiträume auch nur annähernd abzudecken. Kurz: Der Strom kommt plötzlich nicht mehr aus der Steckdose. Dann heißt es: Importieren und viele unserer stromexportfreudigen Nachbarn sind immer noch Atomstromländer. In dem Zusammenhang übrigens tausend Dank an die 50,47 Prozent, die vor 17 Jahren „Atomkraft in Zwentendorf? Nein, Danke!“ gesagt haben.

Ja, manches mag überspitzt formuliert sein. Aber auch: Ja, im Zweifel wäre dann doch Steinkohle, die aus vier dutzend Ländern importiert wurde, und die in Dürnrohr beim EVN-Block für ein Jahr Stromproduktion auf Halde liegt, vorzuziehen.