Erstellt am 24. Februar 2016, 05:20

von Thomas Peischl

Jeder Zeit ihren Bürgermeister. Thomas Peischl über das "System Tulln".

Die Puls4-Satiresendung "Bist du deppert!" nimmt das "System Tulln" und dabei vor allem Bürgermeister Peter Eisenschenk auf die Schaufel. 

Das ist ein wenig zu kurz gegriffen. Denn der viel zitierte Rechnungshofbericht beschäftigt sich mit den Jahren 2000 bis 2013 und zwei Drittel davon hatte ja noch Amtsvorgänger Willi Stift bestritten. Der war und ist ein Unikat, ein Charismatiker: Stadtchef, Mode-Tycoon, Hobby-Kapitän, Kitzbühel-Skifahrer und Nebendarsteller im Kaisermühlenblues.

Seine Verdienste für die Stadt sind unbestritten: Auf dem von Vorgänger Edwin Pircher gut aufbereiteten Boden sprossen Universitätsviertel, neuer Hauptplatz, Landesgartenschau und vieles mehr. Andererseits wurde das Geld in seiner Amtszeit nicht bei Goldmann in Tulln gedruckt und war auch nicht in den Kreisverkehren aufzusammeln. Ganz im Gegenteil, dort floss es eher in die Brunnen.

Jede Zeit in Tulln hat ihren Bürgermeister und das ist auch gut so. Denn weder ist Willi Stift nur der Sonnenkönig, noch ist Peter Eisenschenk der alleinige Schuldenkaiser.