Erstellt am 18. August 2016, 05:10

von Thomas Peischl

Angst ist kein guter Berater. Thomas Peischl über Flüchtlinge im Bezirk Tulln.

Aktuell sind im Bezirk 445 Asylwerber in privaten und öffentlichen Quartieren untergebracht. Klingt nach viel, ist es aber nicht, entspricht nämlich gerade einmal 0,6 Prozent der Einwohnerzahl.

Bis auf wenige Einzelfälle („Auszucker auf Polizeistation“) bleiben sie unauffällig. Trotzdem bekommt man in geführten oder unfreiwillig mitgehörten Gesprächen häufig den Eindruck, als wären Flüchtlinge/Asylwerber — oder Asylanten wie sie von manchen bewusst abfällig bezeichnet werden — für alles Übel, das einem heutzutage zustoßen kann, verantwortlich. Was einerseits Blödsinn und andererseits der ideale Nährboden für dubiose politische Gruppierungen und Bewegungen ist.

Glücklicherweise läuft im Bezirk vieles richtig: kleine Einheiten, kein Massenquartier und viele Freiwillige, die sich mit Verve engagieren. Was uns allen helfen kann: Angst ist niemals ein guter Berater, wie der Volksmund sagt: „Zu Tode g‘fürchtet, is‘ a scho‘ gestorb‘n“. Hilft keinem, schadet vielen und nützt nur jenen, die nichts wirklich Gutes bewirken wollen.