Erstellt am 27. Juli 2016, 05:35

von Martin Gruber-Dorninger

Tausche Fiktion gegen Realität. Martin Gruber-Dorninger über den Hype rund um Pokémon GO.

In Tulln wurde womöglich eine neue Spezies entdeckt. Sie sehen aus wie Menschen, tief haben sie ihren Blick gesenkt, vertieft auf ihr Handydisplay, manche Exemplare haben auch noch Kopfhörer auf. Manchmal treten sie in Gruppen auf und kommunizieren lediglich durch ein kaum wahrnehmbares Nicken oder kurz angebundenes aufforderndes „Grunzen“. Nichts scheint sie aus der Ruhe bringen zu können. Nicht einmal heraneilende und hupende Autos, Zäune, Straßen oder sonstige Hindernisse. Sind sie von einem anderen Stern oder haben sie gar einen Sonnenstich ausgefasst?

Die Rede ist vom neuen Hype rund um das Spiel Pokémon GO. Eine virtuelle Monsterjagd auf dem Handy. Während die einen von dem Spiel angetan sind, sind die anderen sehr skeptisch, ja schon fast grantig. Die Meinungen teilen sich in „endlich einmal eine coole Idee“, gegen „so ein Blödsinn“.

Vielleicht ist der Erfolg des Spiels aber auch ein Zeichen der Zeit. Die Realität ist derzeit nicht zum Aushalten, da kommt die Flucht in die Fiktion gerade recht.