Erstellt am 09. März 2016, 05:04

von Thomas Peischl

Nostalgie bringt keine Gewinne. Thomas Peischl über den Wandel in der Nahversorgung.

Zwentendorf, mit 4.012 Einwohnern immerhin die viertgrößte Gemeinde im Bezirk, verliert nach zwei Bankfilialen auch noch den Spar-Markt. Keine schöne Entwicklung, aber symptomatisch für unsere Zeit.

Als Kind der 70er-Jahre, aufgewachsen in St. Andrä-Wördern, kenne ich noch anderes: Mehrere Greißler, mehrere Bäcker, mehrere Banken, mehrere Gärtnereien bzw. Blumengeschäfte, zwei Fleischhauer, von denen einer auch noch eine Filiale im Ort hatte, ja sogar ein kleines Spielzeug- und ein Plattengeschäft gab es. Telefone hatten Wählscheiben (junge Leser: bitte googeln). Datenschutz hieß, den Eintrag im Telefonbuch zu verweigern. Große Limousinen (die nur selten zu sehen waren) könnten heute bequem im Schatten eines jeden Kompakt-SUVs parken.

Was das jetzt war? Das war ein kleiner Anflug von Nostalgie, aber die bringt keine Gewinne (wenn, dann nur in Luxus-Nischen). Die kleinteilige Struktur wird so schnell nicht wieder kommen, aber ein kurzes Innehalten in der „Geiz-ist-geil, schneller-höher-mehr-Zeit“ schadet auch nicht.