Erstellt am 22. September 2015, 05:27

von Wolfgang Stritzl

Note 1 für den Schiedsrichter. Wolfgang Stritzl über Christoph Baumühlners Torjubel.

Er ist da, der erste Langenrohrer Sieg in dieser Saison. Zwölf Bewerbsspiele hatte Trainer Gustl Baumühlner darauf warten müssen, seine obligatorische Sieges-Zigarre aus dem Schrank zu holen. Der Druck, der abfiel, war riesengroß. Bei Funktionären, Betreuern und den Spielern. 

Im Jubel über sein Tor zum 3:0 lief Christoph Baumühlner nicht nur zur, sondern auf die Tribüne und klatschte mit den Zuschauern ab, nachdem er über die Spielfeld-Abgrenzung gesprungen war. Der Langenrohrer, der zuvor Gelb gesehen hatte, hatte Riesen-Glück, nicht ausgeschlossen zu werden. Denn eigentlich hätte sein überschwänglicher Jubel mit Gelb-Rot geahndet werden müssen.

Zum Glück hat Schiri Zidar die Aktion übersehen – ob absichtlich, oder nicht, wird sein Geheimnis bleiben. In Zeiten strenger Beobachtung gehört schon Mut dazu, ein Auge zuzudrücken und Fingerspitzengefühl zu zeigen. Der Sport lebt von Emotionen, und es ist schön zu sehen, wie ausgelassen Fußballer ein Tor feiern. Die Regel, wonach man etwa für das Ausziehen des Trikots Gelb bekommt, ist entbehrlich.

Schiedsrichter müssen sich aber daran halten, können höchstens wegschauen – und riskieren, eine schlechtere Beurteilung zu bekommen. Geht es nach dem Sportplatz-Besucher, sollte Harald Zidar die Bestnote bekommen.