Erstellt am 23. Dezember 2015, 14:44

„Kunden schätzen Service“. Hilfestellung | Uhrmachermeister Juwelier Johann Figl wurde von dem Beratungsservice der Wirtschaftskammer gut beraten. Auch Rollstuhlfahrer kommen nun ungehindert in das Geschäft.

Johann Figl, Landesinnungsmeister der Kunsthandwerke, vor dem Eingang des Geschäftes. Die Glocke ist in Rollstuhl-Höhe angebracht. Der Eingang im Hof ist behindertengerecht zugängig.  |  NOEN, Urbanitsch
Entgeltliche Kooperation: Die WKO NÖ und die NÖN präsentieren barrierefreie Unternehmen in Niederösterreichs.

Barrierefreie Wirtschaft: Teil 4

„Wir hatten von Anfang an vor, unser Geschäft barrierefrei zu gestalten“, erklärte der Uhrmachermeister. Doch ist nicht immer technisch alles umsetzbar.

Das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz, das 2016 in Kraft tritt, sieht vor, dass Betriebe allen Menschen uneingeschränkten Zugang zu deren Räumlichkeiten gewährleisten. Die Infoveranstaltung der Wirtschaftskammer war hier eine wertvolle Hilfe, die von vielen Unternehmern besucht wurde.

Uhrmachermeister Johann Figl bietet ein umfassendes Service an. Um in das Juweliergeschäft zu kommen, muss eine Stufe überwunden werden. „Die Stufe ist leider nicht zu verhindern, um einen barrierefreien Eingang zu schaffen, wären wir in manchen Stellen bei der Planierung unter das Fundament gekommen, das wär technisch nicht machbar gewesen“, so Figl. Nach eingehenden Beratungen eines Technikers der Wirtschaftskammer vor Ort, der umsetzbare Möglichkeiten vorschlug, entschloss sich das Familienunternehmen eine Glocke am Eingang in Rollstuhl-Höhe zu montieren.

Der Kunde kann dann mit dem Rollstuhl den behindertengerechten Eingang im Hof nutzen. Auch hiebei wird geholfen. „Unsere Kunden schätzen generell den Service, der für alle Personen gilt.“

Das ansprechend eingerichtete Geschäft ist innen für Rollstuhlfahrer bestens ausgestattet. Ein Besprechungstisch und Sitzmöglichkeiten erleichtern so manche Abwicklung und verkürzen die Wartezeit für Begleitpersonen.
Da in dieser Branche ein hohes Sicherheitsbedürfnis besteht, ist auch die Eingangstür, nicht nur für Menschen mit Behinderung von innen schwieriger zu öffnen.

Geholfen wird auch hier spontan. Keiner muss sich die Türe beim Verlassen des Geschäfts selber öffnen. „Wir sind interessiert, jeden Kunden bevorzugt zu behandeln, egal ob mit Behinderung oder nicht“, sind sich Johann, Gattin Walpurga und Sohn Matthias sowie alle Angestellten einig.

Firmeninfos

Uhrmacher Juwelier Johann Figl Wiener Straße 2, 3430 Tulln
02272/68908
E-Mail: uhrmacher.figl@aon.at
www. uhrmacher-figl.at

Wussten Sie schon?

Was heißt Barrierefreiheit?

Barrierefreiheit bedeutet, dass Gebäude, Geschäfte, Verkehrsmittel, Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und IT-Systeme von Menschen mit Behinderungen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe benutzt werden können.

Warum Barrierefreiheit?

Damit Menschen mit Behinderung
nicht diskriminiert werden („Diskriminierungs-Schutz“). Die zehnjährigen Übergangsbestimmungen des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes laufen mit 31. 12. 2015 aus. Ab 1. 1. 2016 müssen alle Betriebe barrierefrei sein, sofern die Beseitigung der Barrieren zumutbar ist.

Wer muss barrierefrei sein?

Das Behindertengleichstellungsrecht gilt für alle Unternehmen,
die Güter und Dienstleistungen anbieten, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Dazu zählen Banken, Handelsbetriebe, Hotels, Gastronomiebetriebe, Busunternehmer, Reisebüros, Kinos, Friseure und viele mehr.
 


Mehr Infos:  wko.at/noe/barrierefreiheit