Erstellt am 25. Januar 2018, 11:54

Fünf Spitzenkandidaten für Bezirk Tulln im NÖN-Gespräch.

Christoph Kaufmann (ÖVP - Klosterneuburg) / Doris Hahn (SPÖ - Königstetten) / Andreas Spanring (FPÖ - Sieghartskirchen) / Sepp Wimmer (Grüne - Klosterneuburg) / Bernd Pinzer (NEOS - Zwentendorf)  |  NÖN

Unser Bezirk ist ein Wachstums- und Zuzugsbezirk: Soll die Politik lenkend/bremsend eingreifen?

Christoph Kaufmann - ÖVP - Klosterneuburg: Natürlich. Deswegen habe ich mich auch für neue Lenkungsinstrumente in der Raumordnung eingesetzt (z.B. Wohneinheitenbeschränkung im Bauland-Kerngebiet).

Doris Hahn - SPÖ - Königstetten: Zahlreiche Herausforderungen für die öffentliche Hand: Nähe zu Ausbildungsstätten, Arbeitsplätze, Kinderbetreuungsplätze etc. Wichtig ist auch sorgsamer Umgang mit Grund und Boden.

Andreas Spanring - FPÖ - Sieghartskirchen: Lenkend eingreifen müssen Gemeinden, deren Infrastruktur zu wenig ausgebaut ist, wenn etwa Schul- und Kindergartenplätze fehlen. Entscheiden soll Lokalpolitik, unterstützt vom Land.

Sepp Wimmer - Grüne - Klosterneuburg: Politik muss differenzierend eingreifen: Der ländliche Bereich hat noch Wachstumspotenzial, der städtische, insbesonders Klosterneuburg, braucht restriktive Bebauungsbestimmungen.

Bernd Pinzer - NEOS - Zwentendorf: Über den Tellerrand schauen: Gemeindekooperationen etablieren und damit die infrastrukturellen Voraussetzungen für geordnetes Wachstum und Zuzug schaffen.

Leistbares Wohnen ist vor allem in den Städten Klosterneuburg und Tulln schwer zu finden, welche Maßnahmen würden Sie setzen?

Christoph Kaufmann - ÖVP - Klosterneuburg: NÖ Wohnbauförderung stärken, Startwohnungen forcieren und neue Angebote (z.B. Pionierviertel Klosterneuburg, Alter Sportplatz St. Andrä-W.) schaffen.

Doris Hahn - SPÖ - Königstetten: Viele, z.B: „Modell 5x5“: pro Monat maximal 5 € pro Quadratmeter für die Wohnung auf 5 Jahre garantieren; Vereinfachung der Bauordnung, etc.

Andreas Spanring - FPÖ - Sieghartskirchen: Ein neues Fördermodell, sodass eine größenmäßig angepasste Standardwohnung einer dreiköpfigen Familie pro Monat nicht mehr als 500 Euro kostet.

Sepp Wimmer - Grüne - Klosterneuburg: Politik sollte wieder mehr im öffentlichen sozialen Wohnbau aktiv werden, aber mit Mut zur Wahrheit: Alles hat seine Grenzen, auch Verbauung der Städte.

Bernd Pinzer - NEOS - Zwentendorf: Wohnkosten können nur langfristig sinken, wenn Baukosten sinken: Bauordnung entrümpeln; Wohnbauförderung für sozialen Wohnbau verwenden.

Wir werden immer älter: Welche Betreuungsformen sollen forciert werden?

Christoph Kaufmann - ÖVP - Klosterneuburg: Ausbau der mobilen Betreuung und Pflege, Unterstützung durch Alltagsbegleiter, Ausbau der Wohngruppenmodelle.

Doris Hahn - SPÖ - Königstetten: Altern in Würde muss möglich sein, daher: in jeder Gemeinde ab 1.000 Einwohnern betreubare Wohneinrichtungen.

Andreas Spanring - FPÖ - Sieghartskirchen: Ein qualitativ hochwertiger Lehrberuf Pflege und Betreuung; das hilft auch gegen die Rekordarbeitslosigkeit.

Sepp Wimmer - Grüne - Klosterneuburg: Menschen sollen solange wie möglich in ihrem Heim bleiben können. Danach: betreute kleine/mittlere Wohngruppen.

Bernd Pinzer - NEOS - Zwentendorf: Bei der Pflege braucht es ein Umdenken: Pflege daheim ausbauen und mehr auf mobile Pflege setzen.

Was braucht Klosterneuburg dringender: das Umweltbundesamt oder ein eigenes Kennzeichen?

Christoph Kaufmann - ÖVP - Klosterneuburg: Beides stärkt den Standort, das Umweltbundesamt hat jedoch überregionale Bedeutung (Arbeitsplätze, Forschung). 

Doris Hahn - SPÖ - Königstetten: Folgen des „Drüberfahrens“ über die Menschen. Durch das Umweltbundesamt würden Jobs nur verlagert, auf Kosten Wiens.

Andreas Spanring - FPÖ - Sieghartskirchen: Eine ordentliche öffentliche Anbindung an Wien (z.B. verlängerte U-Bahn) und ein zweites Bundesrealgymnasium.

Sepp Wimmer - Grüne - Klosterneuburg: Am sinnvollsten: Umweltbundesamt in die ursprünglich angedachte leer stehende BauMax- Europazentrale übersiedeln.

Bernd Pinzer - NEOS - Zwentendorf: Verlegung des Bundesamtes ist nur Versuch, Klosterneuburg für den Verlust der BH zu entschädigen.

Stichwort Verwaltung/Bürokratie: Was ist überflüssig bzw. wo könnte gespart werden?

Christoph Kaufmann - ÖVP - Klosterneuburg: Einige Genehmigungsverfahren sind zu komplex, dauern zu lange und gehören vereinfacht.

Doris Hahn - SPÖ - Königstetten: Doppelkompetenzen zwischen Gemeinden, Ländern und Bund müssen beseitigt werden.

Andreas Spanring - FPÖ - Sieghartskirchen: Rechnungshof zeigt, wo Steuergeld verschwendet wird. Braucht nur Mut, das umzusetzen.

Sepp Wimmer - Grüne - Klosterneuburg: Braucht es neun unterschiedliche Bauordnungen und Jugendschutzbestimmungen?

Bernd Pinzer - NEOS - Zwentendorf: Steuergeldverschwendung beenden, Parteienförderung halbieren, mehr Transparenz.