Erstellt am 20. April 2016, 05:14

von Doris Firmkranz

Mehr Rechte für Sheriffs?. Bei Verstößen zu strafen ist bis jetzt der Polizei vorbehalten. Das soll sich – geht es nach dem Wunsch der Stadtgemeinde – jedoch ändern.

Diese Hundebesitzerin ist sich ihrer Verantwortung bewusst: Hund an die Leine, Gacki ins Sackerl.  |  NOEN, Firmkranz

Auch wenn es offenbar viele nicht wahrhaben wollen: Im Stadtgebiet gilt das NÖ Hundehaltegesetz. Die Gemeinde setzt seit dem Jahr 2009 auf Aufklärung und Bereitschaft zur gegenseitigen Rücksichtnahme und schickt seither den „Tullner Hundefreund“ als geschulten Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes zur Aufklärung über Rechte und Pflichten aus. Außerdem sind die Organe des Österreichischen Wachdienstes mit der Kontrolle der Hundekot-Entfernung beauftragt und sie weisen zusätzlich auch auf die Einhaltung der Leinen- und Maulkorbpflicht hin.

Jedoch: Strafen dürfen sie allesamt nicht, dafür fehlt die gesetzliche Basis. Bis zu 50 Euro je nach Vergehen kassieren darf (derzeit noch) nur die Polizei. Doch das soll bald anders werden: Die Befugnis, Vergehen gegen die Leinen- und Beißkorbpflicht oder auch Gacki ohne Sacki zu strafen, wird seitens der Stadtgemeinde angestrebt. Möglichkeiten dazu werden derzeit geprüft.

„Wenn die Grundregeln eingehalten werden, steht einem harmonischen Miteinander nichts im Wege.“ Bürgermeister Peter Eisenschenk

Sicher ist: Die Hundesheriffs werden jetzt im Frühjahr wieder vermehrt unterwegs sein, um Aufklärungsarbeit zu leisten – ganz besonders rund um die Donaulände in Tulln und Langenlebarn. Sie werden auch auf die beiden Hundezonen beim Friedhof und an der Donaulände im Westen in denen man die Vierbeiner ohne Leine laufen lassen kann, hinweisen.

Wasserstelle wurde errichtet

In der Hundezone am Friedhof wurde im Vorjahr eine vielfach gewünschte Wasserstelle errichtet. Auch an der Donaulände wird ständig verbessert, etwa durch Anbringen einer fixen Hinweistafel und einer Abflachung der Böschung zum Wasser. Laut Rathaus sind hier keine Vorfälle mehr gemeldet worden.

Rund 1.000 Hunde sind zurzeit in Tulln angemeldet. Bürgermeister Peter Eisenschenk gibt sich zuversichtlich: „Wenn sich alle Beteiligten an die Grundregeln halten, sollte einem harmonischen Miteinander auf den Spazierwegen Tullns nichts im Wege stehen.“

Hundehaltegesetz

Leinen- und Maulkorbpflicht:

„An öffentlichen Orten im Ortsbereich, das ist ein baulich und funktional zusammenhängender Teil des Siedlungsgebietes, sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Parkanlagen, Einkaufszentren, Freizeit- und Vergnügungsparks, Stiegenhäusern und Zugängen zu Mehrfamilienhäusern müssen Hunde an der Leine oder mit Maulkorb geführt werden.“

(Auszug aus dem NÖ Hundehaltegesetz, §8)