Erstellt am 06. November 2015, 05:52

von Thomas Peischl

"Mit Hand und Hirn". Exaktes Schneiden, Bohren, Fräsen, Biegen, Nieten, Schmieden, Drehen und Schweißen lernen Benny und Dominik bei Schinnerl Metallbau in Tulln.

Meister Reinhard Deix mit den beiden Lehrlingen Dominik Fellinger und Benny Kuhn an einer der zahlreichen Präzisionsmaschinen bei Schinnerl Metallbau in Tulln.  |  NOEN, Peischl

Nur noch zwei Wochen dauert es bis zur 2. Tullner Lehrstellenbörse. Dass „Karriere mit Lehre“ mehr als nur ein leeres Schlagwort ist zeigt unter anderem die Firma Schinnerl Metallbau eindrucksvoll.

Reinhard Deix hatte seine Lehre 1978 bei einer benachbarten Schlosserei begonnen. Schon mit 30 Jahren bestand er die Meisterprüfung. „Ich habe immer versucht, bei meinen Tätigkeiten das Beste im Metallbereich zu finden“, erklärt Deix. So landete er schließlich bei der Firma Schinnerl, wo er heute als einer von vier Meistern seinen großen Erfahrungsschatz an den Nachwuchs weitergibt.

In der Schulwerkstatt bestens vorbereitet

Dominik Fellinger und Benny Kuhn sind zwei von insgesamt fünf Lehrlingen, die derzeit davon profitieren. Beide haben die Flugtechnikschule in Langenlebarn absolviert, beide sind mathematisch interessiert. „Und wir arbeiten gerne mit den Händen“, sind sich die 15-Jährigen einig. Die Werkstättentätigkeit in der Schule hatte sie gut vorbereitet, nach einer kurzen Schnupperlehre konnten sie sowohl den ausbildenden Meister als auch die Geschäftsleitung von ihren Fähigkeiten überzeugen.

„Bei uns muss man natürlich stets mit Hand und Hirn arbeiten“, betont Meister Deix. Sonst wäre die Verletzungsgefahr trotz modernster Sicherheitsvorkehrungen beim Schneiden, Bohren, Fräsen, Biegen, Nieten, Schmieden, Drehen und Schweißen auch heute groß.

Nach der Grundausbildung in Metallbearbeitung wartet in der modularen Ausbildung das Hauptmodul Metallbau- und Blechtechnik. Je nachdem ob die Lehrlinge sich für ein Spezialmodul (etwa Konstruktionstechnik) entscheiden, folgt nach einem weiteren Hauptmodul nach dreieinhalb oder vier Jahren die Lehrabschlussprüfung. Je mehr Erfahrung man sammelt, desto interessanter werden die Herausforderungen. „Etwa die erste spinnengehängte Fassade Europas im Tullner Minoritenkloster oder der Umbau des historischen Tores der Hauptuni Wien“, schwärmt Deix von seinem Beruf.
 


2. Tullner Lehrstellenbörse

Am Mittwoch, 18. November, werden sich in der Breitwieser Stoneworld von 9 bis 14 Uhr voraussichtlich 17 Lehrbetriebe aus Tulln und Umgebung präsentieren und umfassend informieren.

Bei Schinnerl Metallbau in Tulln werden derzeit fünf Lehrlinge in Metallbau und Blechtechnik ausgebildet. Besonderer Wert wird auf exakte Programmierung von CNC-Maschinen und perfekte Schweißtechnik gelegt.