Erstellt am 26. November 2015, 05:53

von Thomas Peischl

Mit Neustart gegen die Auflagenflut. Aus Heurigem „Zur Reblaus“ wird „Zeitvertreib“. Regina Schmatz: „Dachte kurzzeitig daran, ganz aufzuhören.“

Regina Schmatz mit Tochter Margit Eichberger bei der Allergen-Übersicht: »Rezepte kurzfristig etwas abzuändern und zu verfeinern ist durch diese Verordnung fast nicht mehr möglich.«  |  NOEN, Peischl

Allergen-Verordnung, Registrierkassenpflicht, steigende Lohn- und andere Nebenkosten — Regina Schmatz reicht es. „Das kann es ja wirklich nicht mehr sein“, ärgert sich die Chefin des beliebten Heurigenlokals „Zur Reblaus“.

Freude an der Arbeit wurde deutlich getrübt

„Ich dachte ja kurzzeitig sogar daran, ganz aufzuhören, aber grundsätzlich macht es mir ja Spaß, ein Lokal zu betreiben“, so Schmatz. Aber in den letzten Jahren hätten immer mehr Auflagen, Vorschriften und immer höhere (Lohn-)Kosten die Freude an der Arbeit deutlich getrübt. Angefangen hab es schon mit der unklaren (Nicht-)Raucher-Regelung. „Wir haben extra einen Wintergarten angebaut, jetzt kommt 2018 doch das gänzliche Rauchverbot in der Gastronomie“, so die Wirtin. Mit dem Ausweisen der Allergene in den Speisekarten sei es nahezu unmöglich geworden, Gerichte kurzfristig zu ändern und zu verfeinern.

Was die Registrierkassenpflicht ab 2016 angeht, so habe sie wie viele andere Gastronomen schon seit Jahren eine Registrierkasse in Verwendung, aber: „Es ist Ende November und wir wissen nicht, ob wir die bestehende Kasse weiterverwenden können oder was da in wenigen Monaten genau auf uns zukommt.“

Trotz allem habe sie sich entschlossen, den Betrieb nicht aufzugeben, sondern zu adaptieren: „Wir starten 2016 als ,Zeitvertreib‘ neu durch“, sagt die Wirtin. Der Raum für den Normalbetrieb wird verkleinert, ein Extraraum für Feiern gegen Voranmeldung bleibt.

Neue Speisen und Frühstücksangebot

Das Team wird verkleinert genau wie die Speisekarte. „Aber keine Sorge, die Lieblingsspeisen der Kunden bleiben und es wird auch neue Köstlichkeiten geben“, verspricht Schmatz. Außerdem wird donnerstags bis samstags, aber schon ab 8 Uhr (mit Frühstücksangeboten), geöffnet sein.

„Ja, die Registrierkassenpflicht beschäftigt uns, wie kaum eine andere Regelung“, räumt auch Bezirksstellenleiter Günther Mörth (Wirtschaftskammer Tulln) ein. Er empfiehlt, sich rasch zu informieren, etwa über den Online-Ratgeber registrierkassenpflicht.wkoratgeber.at