Großriedenthal

Erstellt am 16. April 2018, 05:09

von Günter Rapp

Archäologie: Funde ohne Schaufel. Radarstrahlen und geomagnetische Untersuchungen machen Mauern, Gräben und Brandschichten deutlich sichtbar.

Ralf Totschnig bei der Durchführung der geophysikalischen Prospektion am Neudegger Burgstall. Damit können unterirdische Mauerreste, Gräben und Brandreste sichtbar gemacht werden.  |  NOEN, Rapp

Einen Tag lang erfolgte die Untersuchung des Burgstall in Neudegg und des Großriedenthaler Hausberges mittels geophysikalischer Prospektion. Durch die Kombination von Georadar und geomagnetischen Messmethoden ist es möglich bis in eine Tiefe von mehr als zwei Meter Gräben, Mauerreste und Feuerstellen sichtbar zu machen.

Die Untersuchungen wurden von Firma Archaeoprospections von der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) Wien durchgeführt und durch die Gemeinde Großriedenthal, das Bundesdenkmalamt und die Abteilung für Archäologie und Abteilung Kunst und Kultur, Gruppe Kultur, Wissenschaft und Unterricht der NÖ Landesregierung gefördert.

3-D-Bild des Geländes wird erstellt

„Nach der Auswertung ergibt sich so ein dreidimensionales Bild des Geländes und der darin verborgenen archäologischen Strukturen, ohne dass die gesamte Fläche ausgegraben werden muss“, erklärt Klaus Löcker, der gemeinsam mit Kollegen Ralf Totschnig die Arbeiten durchführte. Die beiden haben auch an Forschungsprojekten in Carnuntum mitgearbeitet und bringen Erfahrung in der geophysikalischen Untersuchung mit. Ohne Schaufel werden Zeugen der Vergangenheit sichtbar.

Löcker lobte vor allem die hervorragende Vorarbeit, die durch die Ausholzung des Areals geleistet wurde. Darüber hat die NÖN bereits berichtet.

„Wir können zweifellos schon jetzt von vielversprechenden Ergebnissen ausgehen“, so der Projektleiter Mathias Mehofer (VIAS – Vienna Institute for Archaeological Science, Universität Wien), der mit einem Grabungsteam im Vorjahr am Neudegger Burgstall gearbeitet hat.

Was genau der Burgstall und der nahe Hausberg der Großriedenthaler noch für Geheimnisse birgt, das werden wohl die Auswertungen der Magnetik- und Radardaten in den nächsten Wochen zeigen.