Erstellt am 10. Dezember 2015, 05:28

von Martin Gruber-Dorninger

Neuer Fahrplan: Nicht jeder ist zufrieden. Zentralisierung des Zugverkehrs auf Hauptbahnhof bringt "Riesenumstellung" mit sich. In NÖN-Redaktion häufen sich Beschwerden, VOR-Mediensprecher Huemer antwortet.

 |  NOEN, zVg

Die Vorweihnachtszeit ist dazu da, um sich auf das größte Fest des Jahres einzustimmen. Für den Mediensprecher des VOR (Verkehrsbund Ost-Region) Georg Huemer ist aber gerade diese Zeit am spannendsten, denn der neue Fahrplan wird traditionell Mitte Dezember in die Tat umgesetzt. Ab Sonntag, 13. Dezember, gelten neue Fahrzeiten für Zug und Bus. „Heuer sind die Umstellungen besonders gravierend“, betont Huemer auf Anfrage der NÖN und das bringt auch Beschwerden mit sich.

Es sei heuer tatsächlich eine „Riesenumstellung“, ist sich der Mediensprecher des VOR bewusst. Der Grund dafür sei die Zentralisierung des Bahnverkehrs auf den neuen Wiener Hauptbahnhof und „dass das Konkurrenz-Unternehmen ,Westbahn’ versucht hat einiges zu verhindern“, so Huemer.

Zufrieden trotz aller Widrigkeiten

In Anbetracht dieser Widrigkeiten sei er aber mit dem Endergebnis hoch zufrieden. „Man darf sich das nicht so vorstellen, dass jemand in einem Raum einen Computer bedient, der dann sämtliche Fahrpläne ausspuckt“, erklärt Huemer. Vielmehr sei es so, dass engagierte Menschen am Werk sind, die die Pläne fast alle auswendig im Kopf haben und in engem Kontakt mit den Gemeinden und den Schulen stehen, um ein umfangreiches Service bieten zu können. „Natürlich kann man es nicht jedem recht machen, aber wir versuchen es. Beschwerden können nicht vermieden werden“, ist sich Huemer der Konsequenzen jeder Fahrplanumstellung bewusst.

In der NÖN-Redaktion häufen sich die Mails besorgter Pendler vom Bezirk Tulln nach Wien. Vor allem die Bewohner von St. Andrä-Wördern befürchten Einbußen der Fahrplanqualität (die NÖN berichtete). Eine Leserin beschwert sich über eine Verschlechterung am Wochenende. Sie sei Krankenschwester am AKH Wien und benötige nun wesentlich mehr Zeit, um sonntags öffentlich ihren Arbeitsplatz erreichen zu können.

Beschwerden von Pendlern häufen sich

„Der Fahrplan für St. Andrä-Wördern hat eine Geschichte. Wir haben eng mit der Gemeinde zusammen gearbeitet und haben acht schnelle Züge einplanen können. Von der Trasse her gibt es eine Limitierung dieser Züge, da auch die S40 im Halbstundentakt unterwegs ist“, rechtfertigt Huemer.

Ein weiterer Fall betrifft einen Pendler aus Moosbierbaum, der seinen Arbeitsplatz in Wien-Heiligenstadt hat. Durch den neuen Fahrplan verlängere sich seine Fahrzeit in eine Richtung um fast eine halbe Stunde, behauptet der NÖN-Leser. „Die S40 wird vertaktet, das heißt, sie wird an die wichtigen Taktknoten so angebunden, dass kurze Umstiege gegeben sind“, begründet Huemer. Im Bahnhof Tullnerfeld würden kurze Umstiege von der S40 auf Intercity sowie auf REX 200 angeboten. „Das bringt jedoch eine Haltezeit von rund 15 Minuten mit sich. Diese wird für Fahrgäste schlagend, die einen Umstieg auf die wesentlich rascheren Verbindungen der Westbahn ablehnen“, so Huemer.

Kritik gibt es auch wegen weniger Busverbindungen von Sieghartskirchen nach Tulln in der Früh, für Wien-Pendler. Hier verweist Huemer auf die Buslinie 547 über Hütteldorf, die um 6 Uhr in Sieghartskirchen abfährt. „Auch künftig können wir eine sehr gute Verbindung Sieghartskirchen-Hütteldorf anbieten, die übersichtlich auf routenplaner.vor.at abgebildet ist“, empfiehlt Huemer.

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