Erstellt am 25. November 2015, 05:38

von Alex Erber und Bernhard Steinböck

Neues Parkhaus kommt. Fahrplanwechsel / Vollinbetriebnahme des Wiener Hauptbahnhofes soll Verbesserungen und neue Möglichkeiten für die Ostregion und das Tullnerfeld mit sich bringen. BEZIRK TULLN / Am Bahnhof Tullnerfeld wurde Landesrat Karl Wilfing von den drei „Standort-Bürgermeistern“

Der Bahnhof Tullnerfeld entwickelt sich immer mehr zu einem zentralen Verkehrsknotenpunkt des Bezirks. Jetzt hat auch die private Westbahn angekündigt, wieder hier halten zu wollen.  |  NOEN, PEISCHL

Am Bahnhof Tullnerfeld wurde Landesrat Karl Wilfing von den drei "Standort-Bürgermeistern" Rudolf Friewald, Georg Hagl und Leopold Figl empfangen und ihm die Zukunftspläne vorgestellt. Zunächst werden rund 300 neue Parkplätze zu schaffen, um die akute Parkplatznot zu lindern.

Ein neues Parkhaus mit direktem Eingang in das Bahnhofsgebäude ist in weiterer Folge geplant. Ein Termin dafür ist noch offen. Der Standort einer Apotheke im Gebäude wurde fixiert und die Fahrtzeiten wurden besprochen.

Mit der Umstellung des Fahrplans am 13. Dezember wird der gesamte ÖBB-Fernverkehr (auch Railjets und ICs) von und nach Wien über das neue Bahnhofsystem Wien Meidling/Wien Hauptbahnhof geführt. Vor allem für den Tullnerfelder Bahnhof bringt diese Neuerung Vorteile mit sich. So ermöglicht eine neue Verbindung zwischen Stockerau und Tullnerfeld den Pendlern eine bessere Anbindung an die Weststrecke.

Verdichtung des Angebots 

In diesem Zusammenhang ist auch eine lang gehegte Forderung der Stadt Tulln verwirklicht worden. Die S-Bahn-Garnituren, die aus dem Weinviertel kommen, halten in Tulln-Stadt. Somit ist eine Verdichtung des Angebots gegeben, sodass der Bahnhof Tullnerfeld von der Bezirkshauptstadt in Zukunft halbstündig (bisher einstündig) erreichbar ist, was auch in die Gegenrichtung (Tullnerfeld - Tulln-Stadt) gilt.

Das dichte Angebot an Zügen von Tullnerfeld/St. Pölten Richtung Westbahnhof bleibt bestehen und weiterhin mit REX200 Zügen angebunden. ÖBB Fernverkehrszüge verkehren zum Wiener Hauptbahnhof.

x  |  NOEN, VP/Groiss

Neuerungen gibt es auch hinsichtlich der Haltestellennamen. In der Region Krems - Hollabrunn (betrifft Haltestellen in der Region Wagram) wurden die Namen von mehreren Stationen geändert. VOR-Sprecher Jürgen Pogadl rechtfertigt diese Abweichungen: „Die neuen Namen sind nach einem geografischen und logischen System ausgewählt, um Verwechslungen zu verhindern. Damit wird ortsfremden Fahrgästen die Orientierung erleichtert.“

„Erst kommen 300 Parkplätze, später auch ein Parkhaus!“ VP-Landesrat Karl Wilfing zur Situation der Stellflächen rund um den Bahnhof Tullnerfeld

Pendler nach Krems dürfen sich unter der Woche über spätere Anschlüsse in Richtung Tulln freuen. Fuhr der letzte Zug im alten Fahrplan bereits um 21.02 Uhr ab, so haben fleißige Arbeiter mit der neuen Anbindung bis 21.51 Uhr Zeit, die Fahrt in Richtung Heimat anzutreten. Am Vormittag fahren die Züge in Richtung Krems ein paar Minuten später als zuvor.

Und eine weitere gute Nachricht betrifft Zugfahrer aus der Stadt Tulln: Der „letzte schnelle Zug“ von Wien-Franz-Josefs-Bahnhof nach Krems über Tulln fuhr in der Bundeshauptstadt bisher knapp vor 22 Uhr ab. Neue Zeit: Abfahrt Wien 23.05 Uhr, Ankunft Tulln 23.32 Uhr.

Aus „Geisterbahnhof“  wurde Erfolgsgeschichte

Bei der Pressekonferenz zur Präsentation des neuen ÖBB-Fahrplans in St. Pölten konnte sich Landesrat Wilfing in Zusammenhang mit der Erfolgsgeschichte des Bahnhofes Tullnerfeld einen Seitenhieb auf Verkehrsplaner Hermann Knoflacher nicht verkneifen: „Dieser hatte ja seinerzeit gemeint, der Bahnhof sei unnötig.“ Aus dem prognostizierten „Geisterbahnhof“ sei eine Erfolgsgeschichte geworden.

Zu guter Letzt hat auch die private Westbahn angekündigt, schon mit dem Fahrplanwechsel der ÖBB am 13. Dezember wieder stündlich am Bahnhof Tullnerfeld halten zu wollen.