Erstellt am 05. April 2017, 05:20

von Thomas Peischl

Präsident Riedl gibt Mandat ab. Alfred Riedl ist Gemeindebundpräsident und scheidet mit Herbst aus dem Landtag aus. Die NÖN zeigt mögliche Nachfolger.

Grafenwörths Bürgermeister Alfred Riedl löst Helmut Mödl-hammer nach18 Jahren als Präsident des österreichischen Gemeindebundes ab.  |  NOEN, Gemeindebund

Alfred Riedl ist in der Bundespolitik angekommen. Schon seit 2001 ist er Präsident des NÖ Gemeindebundes. Jetzt setzte er sich in einer Kampfabstimmung gegen seinen Salzburger Mitbewerber Günther Mitterer durch und ist Präsident des Österreichischen Gemeindebundes. 

„Alles geht nicht, man muss sich konzentrieren und es ist klar, dass das jetzt die Funktion auf Bundesebene ist“

Besonders interessant für den Bezirk Tulln: Schon im Herbst dieses Jahres will der ÖVP-Politiker sein Landtagsmandat zurücklegen. „Alles geht nicht, man muss sich konzentrieren und es ist klar, dass das jetzt die Funktion auf Bundesebene ist“, betont Riedl. Er möchte noch „ein paar Themen, die ich im Landtag begonnen habe, zu Ende begleiten“, dann soll es zu einer geordneten Übergabe kommen. Aber an wen?

„Ich gratuliere Alfred zu dem tollen Ergebnis“, sagt ÖVP-Bezirksparteiobmann Johann Höfinger. Denn entgegen aller Spekulationen ergab die Kampfabstimmung in der Delegiertenversammlung des Gemeindebundes mit 37:22 ein deutliches Votum zugunsten Riedls. „Und ich freue mich, dass wir jetzt nach Wirtschaftskammer-Präsidentin Sonja Zwazl und Landesparteiobfrau Hanni Mikl-Leitner eine weitere Spitze im Bezirk haben“, freut sich Höfinger.

Keinerlei Empfehlung vom Bezirksparteiobmann

Was Riedls Nachfolge im Landtag betrifft, äußert sich Höfinger sehr diplomatisch. „Alle Listenkandidaten von 2013, die Alfred Riedl folgen, sind bestens geeignet, von mir wird es keinerlei Empfehlung geben“, so der Bezirksparteiobmann.

Thomas Buder, NÖAAB, wäre bis Ende 2015 der logische Nachfolger Riedls gewesen.  |  NOEN

Die wird aber letztlich auch gar nicht notwendig sein. Schließlich gibt es eine klare Vereinbarung der Parteibünde, die Folgendes besagt: Sollte ein Abgeordneter in den ersten zweieinhalb Jahren nach der Landtagswahl ausscheiden, entscheidet die Listenreihenfolge. Das heißt, bis Ende 2015 wäre Thomas Buder (NÖAAB) der logische Nachfolger Riedls gewesen.

Scheidet ein Abgeordneter aber in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode aus, so entscheidet der entsprechende ÖVP-Bund, im Falle Riedls also der Wirtschaftsbund. Was dessen Landesdirektor Harald Servus bestätigt: „Ja, so ist es. Und wir werden das relativ rasch entscheiden und noch im April bekannt geben.“

Bernhard Heinreichsberger (JVP) „wäre bereit, Verantwortung zu übernehmen“.  |  NOEN

Wer jetzt die Bezirks-Kandidatenliste der ÖVP von 2013 heranzieht und nach Bündniszugehörigkeit und Vorzugsstimmenergebnis durchforstet, landet unweigerlich bei der Bezirksvertreterin von Frau in der Wirtschaft als wahrscheinlichste Riedl-Nachfolgerin. Angelika Schildecker selbst lässt sich zu keinen Spekulationen hinreißen: „Das ist alles noch ganz frisch, es gab noch keinerlei Gespräche. Alfred Riedl wird bekannt geben, wie er das handhabt, sobald es so weit ist.“

Weit vorne auf der Bezirksliste war 2013 aber auch Bernhard Heinreichsberger, der 2016 zum Landesobmann der JVP gewählt wurde. „Wir Jungen sind ja noch unabhängig von den Bünden. Und die JVP wäre auch bereit, hier Verantwortung zu übernehmen, aber das muss der Wirtschaftsbund entscheiden“, sagt Heinreichsberger.

Angelika Schildecker (Frau in der Wirtschaft) ist die wahrscheinlichste Nachfolgerin.  |  NOEN

Thomas Buder sieht die Sache locker: „Bei der nächsten Wahl werden die Karten neu gemischt - auch im Hinblick auf Klosterneuburg und Tulln. Und es wird auf jeden Fall einen NÖAAB-Kandidaten geben.“