Erstellt am 26. Mai 2016, 05:14

von Doris Firmkranz

Raddiebstahl eskaliert. Einschleichdiebe verschaffen sich Zutritt in Kellerabteile von Wohnhausanlagen. Ihre bevorzugte Beute: sündteure Fahrräder, die nur zum Teil versperrt sind.

Klemens Höllerer zeigt Kommandantin Sonja Fiegl und Kollegen Martin Jenny wie ein ordentliches Fahrradschloss zu funktionieren hat.  |  NOEN, Firmkranz

Meist schlagen sie nachts zwischen 21 und 8 Uhr zu, indem sie mit dem erbeuteten, sonst nur Einsatzkräften, Post und Hausbesorgern vorbehalten, Zentralschlüssel Kellertüren aufsperren und dann einzelne Schlösser aufbrechen – ein Kinderspiel für die Kriminellen. Ebenso wie das Knacken der Fahrradschlösser, wobei die Diebe ausschließlich wertvolle und teure Räder im Visier haben.

„55 waren es seit 1. Februar, da sind die Diebstähle im Stadtgebiet und am Bahnhof nicht miteingerechnet“, berichtet Revierinspektor Martin Jenny, „der Wert der gestohlenen Räder liegt im fünfstelligen Bereich.“

Ein Ende der Diebstahlserie ist nicht abzusehen

Ein Ende der unheimlichen Diebstahlserie ist nicht abzusehen. Bezirkskommandantin Sonja Fiegl gibt Tipps zur Vorbeugung: „Wird das Rad im eigenen Abteil abgestellt, empfiehlt es sich, einen Sichtschutz anzubringen, damit es uneinsehbar wird. Vor allem aber: Auch dort das Rad absperren.“

Radsperrvorrichtungen gibt es am Markt zuhauf. „Die Faustregel, je teurer desto effektiver‘ gilt nicht immer“, weiß Klemens Höllerer von „Zweirad Wegl“. Inspektor Jenny erzählt, dass ein bestimmtes Schloss von den Dieben gemieden wurde: eine gehärtete Stahlschlosskette im Wert von 45 Euro.

Fiegl appelliert an die Bewohner von Mehrparteienhäusern, aufmerksam zu beobachten, wenn sich fremde Personen im Haus aufhalten, womöglich mit einem Fahrrad unterwegs sind. „Verdacht zu schöpfen ist auch, wenn in der Nähe Kleinlastwagen oder Auto und Anhänger mit ausländischem Kennzeichen herumfahren.“