Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:32

von Claudia Stöcklöcker

Rasend vor Eifersucht. Weil er Gefühle nicht im Griff hatte, schlug ein 45-Jähriger seine Freundin. "Mir war nicht bewusst, dass ich ihr wehtu", sagt er.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka

"Unsere Beziehung begann harmonisch, dann hat irgendetwas in ihm gewütet. Er hatte Verstimmungen, Panikattacken, er war misstrauisch, es kam zu Schimpfkaskaden und Eifersuchtszenen“, erzählt eine 40-Jährige vorm Richter. Vor ihm sitzt ihr Verflossener, fortgesetzte Gewaltausübung wird ihm vorgeworfen.

„Es war eine On-off-Beziehung“, sagt der 45-Jährige aus dem Bezirk Tulln. Im Streit soll er das Opfer des Öfteren an den Schultern gepackt haben. „Um alles gleich zu klären, damals habe ich geglaubt, dass das richtig wäre“, erklärt der Angeklagte zu diesem Vorwurf.

Mit einem Holzbrett schlug er einmal auf die Frau ein, sechs Mal verpasste er ihr Schläge ins Gesicht. Dazu sagt er: „Es war mir nicht bewusst, dass ich ihr wehtu.“

Auch Sachbeschädigung wird dem Angeklagten vorgeworfen. Eine Tür trat er im Streit ein und zertrümmerte ein Teeservice.

„Die Übergriffe hat er immer bitter bereut“

Anzeige erstattete das Opfer erst ein Jahr nach dem ersten Vorfall. „Weil er die Übergriffe immer bitter bereut hat und mich gebeten hat, ihm zu helfen. Mit einer Therapie, habe ich gedacht, wäre das in den Griff zu bekommen“, so die Ex des Angeklagten. Ans Tageslicht kam alles, „nachdem er im Streit einen Seitenspiegel von meinem Auto abgerissen hat“, erklärt das Opfer.

Und: „Wegen der Versicherung habe ich dann Anzeige erstattet und Polizisten haben gebohrt. Die Einvernahme hat über drei Stunden gedauert.“

Richter Slawomir Wiaderek schlägt dem bislang Unbescholtenen Diversion auf Probezeit von zwei Jahren vor. Damit sind sowohl Opfer als auch Täter einverstanden.

„Ich glaube, dass das verhaltenssteuernd wirkt“, meint der Richter. Weiters verhängt er ein Kontaktverbot. 500 Euro Schmerzensgeld muss der Angeklagte an das Opfer berappen.