Erstellt am 27. April 2016, 05:44

von Thomas Peischl und Bernhard Steinböck

Regierungsparteien: Schlappe für die Spitze. ÖVP spricht von "bitterem Ergebnis" und "Weckruf an die Bundesregierung". SPÖ will weitere Richtung auf allen Ebenen "in Ruhe überlegen".

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2004 hatte die ÖVP mit Benita Ferrero-Waldner im Bezirk Tulln noch 53,4 Prozent geholt, Sonntagabend kam Andreas Khol gerade einmal auf 14,4 Prozent.

„Unserem Kandidaten ist kein Vorwurf zu machen, er war mit großer Leidenschaft unterwegs“, betont Nationalrat Johann Höfinger. Nichtsdestotrotz sei das ein „bitteres Ergebnis“ und ein klarer Auftrag an die Bundesregierung: „Die Antwort kann nur sein, die Beine in die Hand zu nehmen und auf die Hauptthemen, die den Menschen am Herzen liegen, zu konzentrieren: also die Stabilität der Wirtschaft und das große Flüchtlingsthema.“

Auch Landtagsabgeordneter Alfred Riedl sieht in dem Ergebnis einen „Weckruf an die Bundesregierung“. Der Wechsel bei der ÖVP habe aber keinen Einfluss auf das Ergebnis gehabt: „Schließlich ist die ganze Bundesregierung auf die Linie von Hanni (Anm.: Mikl-Leitner) eingeschwenkt. Und Niederösterreich hat das beste Khol-Ergebnis von allen Bundesländern.“

Im fast einstelligen Prozentbereich bewegte sich SPÖ-Spitzenkandidat Rudolf Hundstorfer mit 10,5 Prozent. Für Königstettens Landtagsabgeordnete Doris Hahn ein bedenkliches Ergebnis: „Es ist natürlich nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben, da brauchen wir nichts beschönigen.“ Rochaden im Bezirk schließt sie zwar aus, „wir müssen uns aber jetzt in Ruhe überlegen, wie unsere weitere Richtung innerhalb der Partei in allen Ebenen ausschauen wird.“