Erstellt am 05. Februar 2016, 05:43

von Thomas Peischl

's Lebn, da Tod und Wien. Das Quartett Molden - Resetarits - Soyka - Wirth brachte die musikalische Seele der Bundeshauptstadt mit viel Blues ins Danubium — so schön kann traurig sein.

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Will man als Tullnerfelder die Facetten und Abgründe der Wiener Seele ergründen, kann man entweder sehr viel Zeit aufwenden oder einfach die Lieder von Ernst Molden hören.

Am besten tut man das, wenn der begnadete Musiker und Schriftsteller seine Werke gemeinsam mit den Herren Willi Resetarits („dem einzigen Superstar und der besten Stimme Österreichs“), Walther Soyka (Meister der Wiener Knöpferlharmonika) und Hannes Wirth (Ausnahmekönner an der Stromgitarre) zum Besten gibt. Im Danubium bot sich jetzt eine dieser Gelegenheiten und wer sie nutzte, wurde mit einem wunderschönen Konzertabend belohnt.

Natürlich wurde es sehr wienerisch: schon auch mit Schmäh, aber sehr oft traurig, immer ein bissl morbid und hintergründig. Besonders gut auf den Punkt gebracht haben die vier Herren das in der Lieder-Doppelpackung „Es Lem“ und „Da Tod“.

So sehr Molden sein Wien-Mitte liebt, sein Horizont geht wesentlich weiter: Nicht nur bis ins Waldviertel („Drom en Noadn“) oder bis ins Burgenland („Da Neisiedla See“), sondern auch weiter übers große Meer. Er kennt die Stimmung am Wasser vor einem nahenden Gewitter am Donaualtarm genauso wie am Missisippi: „Eigentlich net viel anders, nur dass es dort mehr fäult.“

Die letzte Zugabe des Abends war die „Hammerschmidgassn“ — wem da das Herz nicht aufgeht, der hat keines. Ein Wiedersehen mit Molden gibt‘s übrigens im Juli auf der Donaubühne, und da wird er auch ein neues Album im Gepäck haben.