Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:42

von Doris Firmkranz

Schiele im Tiefschlaf. Wird das Egon Schiele-Museum eine "künstlerische" Pause einlegen – oder hat sie diese schon angetreten?

Dem Tullner Egon Schiele-Museum stehen größere Veränderungen bevor. 2018, rechtzeitig zum 100. Todestag des Künstlers, soll es sich behindertengerecht und mit neuem Konzept präsentieren.  |  NOEN, Firmkranz

Schiele-Geburtshaus, Schiele-Weg, Schiele-Torte – alles passt perfekt zum Image Tullns als Geburtsstadt des berühmten Künstlers. Lediglich beim Schiele-Museum scheiden sich die Geister. Während die einen im ersten Stock enttäuscht vor leeren Wänden stehen, freuen sich andere über die zwei zentralen Hauptwerke der Landessammlungen aus Schieles Frühzeit.

Der Wegfall der Leihgaben aus der privaten Sammlung des Schiele-Erben Werner Gradisch aufgrund eines banalen Streits mit der Stadtgemeinde , hinterlässt – zumindest derzeit noch – eine Lücke.

Private Sammlung braucht Ruhepause

Dazu meint Brigitte Schlögl von den NÖ Landesmuseen, die die Leitung des Hauses von der Stadtgemeinde übernommen haben: „Bei den Werken der Sammlung Gradisch handelt es sich fast zur Gänze um Arbeiten auf Papier. Diese sind fast ein Viertel-Jahrhundert nahezu durchgehend gezeigt worden und müssen nun dringend ruhen.“ Sie würden sachgerecht in einem Kunstdepot gelagert. Über die Zukunft werde man „zeitgerecht sprechen“.

 

Schlögl spricht von einer „Übergangsphase“ und verweist auf den anstehenden Umbau, mit dem das Gebäude barrierefrei werden soll. Derzeit laufen die Planungsarbeiten seitens der Stadt. Das Haus soll im Jahre 2018, in dem sich der Todestag Egon Schieles zum 100. Mal jährt, mit neuem Konzept in neuem Glanz erstrahlen.

Ob dann noch Gradischs Bilder vonnöten sein werden, bezweifelt Bürgermeister Peter Eisenschenk: „Wir haben die Zusage des Landesmuseums, adäquaten Ersatz zur Verfügung gestellt zu bekommen.“