Erstellt am 27. April 2016, 05:34

von Doris Firmkranz und Thomas Peischl

Sogar die FPÖ ist überrascht. Bors (FPÖ) ist guter Dinge für Stichwahl. Grüne hoffen auf Van der Bellen. BEZIRK TULLN / 

Nationalratsabgeordneter Christian Hafenecker und Landesparteiobmann Walter Rosenkranz jubeln mit Gemeinderätin Kerstin Stoiber und Bezirksparteiobmann Andreas Bors über Platz 1 für FPÖ-Kandidat Norbert Hofer in allen 21 Gemeinden des Bezirks Tulln  |  NOEN

Das politische Erdbeben, das am Sonntagabend die Republik erschütterte, war auch im Bezirk Tulln deutlich zu spüren (Montagmittag bebte die Erde im Osten Österreichs dann tatsächlich). Der Kandidat der Freiheitlichen, Norbert Hofer, erreichte in allen 21 Gemeinden unangefochten den ersten Platz.

Dieses deutliche Ergebnis überraschte sogar FPÖ-Bezirksparteiobmann Andreas Bors: „Ich habe schon mit dem Erreichen der Stichwahl gerechnet, aber nicht mit einem derart deutlichen Resultat.“ Jetzt sei die Grenze nach oben hin offen. Norbert Hofer ist für Bors ein Ausnahmepolitiker: „Ich habe ihn persönlich als sehr liebenswerten Menschen kennengelernt.“ Zuletzt habe sich Hofer etwa für einen behinderten jungen Burschen aus dem Bezirk Tulln eingesetzt, dem die Mindestsicherung gestrichen worden war.

„Vier interessante Wochen bis zur Stichwahl“

Bis zur Stichwahl erwartet Bors „vier interessante Wochen“, er werde jedenfalls alles geben und bis zum Schluss laufen: „Ich bin guter Dinge, ein blauer Bundespräsident ist jetzt durchaus realistisch.“

Erfreut, dass es der „unabhängige Kandidat“ Alexander Van der Bellen in die Stichwahl schaffte, zeigt sich Bezirkssprecherin Ulli Fischer von den Grünen. „Was diese Stichwahl betrifft, sollte das Ergebnis eine Entscheidungshilfe für alle Nichtwähler und Unentschlossenen sein, in einem Monat Alexander Van der Bellen zu unterstützen“, meint Fischer. Denn sich da herauszuhalten würde bedeuten, die Demokratie mit Füßen zu treten. „Ich glaube, dass die Chancen gut stehen, dass Van der Bellen Bundespräsident wird. Er wäre ein wichtiges Gegengewicht zu Strömungen in diesem Land, die mir nicht gefallen“, schließt Fischer.

Auch Stadtrat Johannes Scholz gratuliert Van der Bellen: „Österreich braucht einen besonnenen Bundespräsidenten. Ich bin überzeugt, dass Alexander Van der Bellen mit seiner Weltoffenheit und seinem Engagement für Europa auch in der Stichwahl viele Wähler ansprechen wird.“