Tulln

Erstellt am 16. September 2016, 18:10

von Martin Gruber-Dorninger

Altes Gehölz für junge Forscher. Kooperation zwischen BOKU, HTL Mödling und HLFS Bruck/Mur biegt in Zielgerade. Mit beachtlichen Ergebnissen.

Holz ist nicht gleich Holz – Zu dieser Erkenntnis kamen neben den Wissenschaftlern des BOKU-Instituts für Holztechnologie und Nachwachsende Rohstoffe in Tulln auch Schüler der HTL Mödling und HLFS Bruck.

Die Eigenschaften, Verwendung und Charakteristik von „alten“ Holzsorten standen im Mittelpunkt eines sogenannten „Sparkling Science Projekts“, einem Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Wissenschaft, das Schulen mit wissenschaftlichen Institutionen stärker miteinander vernetzen soll. 24 Schüler absolvierten so ihren Abschluss und stellten die Ergebnisse in zehn Diplomarbeiten dar. Am Standort Tulln fand nun die Abschlussveranstaltung statt.

Fruchtbare und gute Zusammenarbeit

„Es hat alles wirklich wunderbar funktioniert. Jeder einzelne hatte seinen Anteil an diesem Programm“, ist Projektleiter Michael Grabner fasziniert. Die Hölzer, die für das Projekt „Wert-Holz“ herangezogen werden, gibt es heutzutage nicht mehr im Holzhandel. Gerade deshalb waren diese für die Forscher so interessant.

Wer weiß, was in diesen Hölzern noch für Potenziale schlummern? 60 Hölzer wurden deshalb genauer unter die Lupe genommen und auf Herz und Nieren getestet. „Die Datenbanken füllen sich und wir können allmählich mit der Auswertung beginnen. Im Frühjahr 2017 sollte es dann so weit sein“, berichtet Konrad Mayer, der die Koordination übrig hatte.

„Vor allem beim Sammeln der Hölzer beteiligten sich die Schulen intensiv“, erklärt Institutsleiter Stellvertreter Johannes Konnerth. Neben dem Auffinden und richtigen Bestimmen, war auch das Austesten von rund 30 Parametern, wie Zugfestigkeit, Dichte und vieles mehr, eine große Herausforderung für die Jungforscher.

Literatur als Inspiration

In alter Literatur, die sogar bis 1690 zurückreicht, wurde gestöbert und versucht Eigenschaften von diesen alten Hölzern herauszufinden. „Vieles ist natürlich nicht mehr vergleichbar, aber die Literatur diente uns auch als Inspiration, welche Eigenschaften wir noch testen könnten“, so Mayer.

Das Sparkling Science-Programm fand dermaßen großen Anklang, dass sowohl die Schulen als auch die BOKU bereits einen neuen Forschungsantrag gestellt haben. „Wir setzten uns mit den Lehrern zusammen und haben gemeinsam neue Ideen für künftige Projekte entwickelt“, erklärt Grabner.

Über den Stand der Dinge im aktuellen Forschungsprojekt „Wert-Holz“ klärt auch die Homepage: www.wert-holz.at auf.