Erstellt am 26. Dezember 2015, 05:53

von Patrizia Golda

Sparstift regiert im neuen Budget. Voranschlag / Der Gemeinderat beschloss das Budget für 2016. Die Schulden können voraussichtlich um eine Million Euro gesenkt werden. ST. ANDRÄ-WÖRDERN /  Alfred Kögl von der Bürgerliste verlas erstmals als Finanzreferent den Budget-Voranschlag für 2016.

 |  NOEN, Symbolbild

Alfred Kögl von der Bürgerliste verlas erstmals als Finanzreferent den Budget-Voranschlag für 2016. Seitens der Opposition hagelte es Kritik. Die Gemeinde hat sich jedenfalls einen Schuldenabbau um rund eine Million Euro zum Ziel gesetzt.

Christian Gsandtner (FPÖ) betitelte die Finanzrede gar als „die kürzeste Budgetpräsentation, die ich je gehört habe“ und auch Alfred Stachelberger (SPÖ) war verwundert: „Ich gratuliere. In nur knapp fünf Minuten wurde ein Budget von fast 17 Millionen Euro dargelegt.“ Kögl kontert: „Ich habe absichtlich kurz vorgetragen, ich wollte die Fragen abwarten.“

Lob und Tadel für den Budget-Voranschlag

Rückendeckung kam von Vizebürgermeisterin Ulli Fischer (Grüne): „Das war endlich einmal eine Finanzrede, die man versteht.“ Auch Elisabeth Seidl (ÖVP) war positiv überrascht: „Es kommt auf den Inhalt an und dies war kein bloßes Runterlesen von Zahlen.“

Das rund 16,8 Mio. umfassende Budget wurde, laut Kögl, ausgeglichen erstellt. Den Sparmaßnahmen folgend soll der Schuldenstand um fast eine Million Euro gesenkt werden. „Das ist ein guter Ausgangspunkt und so positiv, wie schon lange nicht“, freut sich Kögl.

Im Budget sind ebenfalls die Infrastrukturmaßnahmen gesichert. Die Sanierung des Gemeindeamts wird „deutlich abgespeckter als geplant“ stattfinden, wie Robert Hülmbauer (Grüne) erläuterte.

Die SPÖ stimmte dem Budget zu: „Grundsätzlich wurde der Voranschlag gemeinsam ausgearbeitet und wir können uns darin wiederfinden.“ Trotzdem gab es auch kritische rote Stimmen: „Die Bürgerliste hat entgegen ihrer Wahlwerbung, die Gebühren zu senken, diese sogar angeregt und im Voranschlag eingearbeitet“, erklärte Franz Semler und Alfred Stachelberger sprach sogar von Wählertäuschung. Wolfgang Seidl (ÖVP) wiederum wunderte sich über die SPÖ: „Ihr stimmt dem Budget zu, seid aber nur am Kritisieren. Der Wunschkatalog der SPÖ ist zwar nett, aber nirgends steht, wie das finanziert werden soll.“ Die FPÖ ließ vor allem an der Bürgerliste kein gutes Haar: „In der Gemeindezeitung schreibt Kögl über Rücklagen, aber ich habe keine gefunden. Wo sind diese?“, fragt sich Gsandtner. Schlussendlich wurde der Voranschlag mit Gegenstimmen der FPÖ beschlossen.

Zahlen und Daten des Budgets

  • Ordentlichter Haushalt: 15,1 Mio. Euro

  • Außerordentlicher Haushalt: 1,7 Mio. Euro

  • Freie Finanzspitze: 600.000 Euro

  • Schuldenstand Anfang 2016:17,4 Mio. Euro

  • Gesamtschulden (Ende 2016):16,3 Mio. Euro

  • Pro Kopf Verschuldung Ende 2016: 2.650 Euro