Erstellt am 18. November 2015, 12:38

Spaß an der naturnahen Arbeit. Karin Trauner hat eine Landschaftsgärtner-Lehre gemacht, seit mehr als einem Jahr ist sie Obergärtnerin der Garten Tulln, gärtnert und plant, bestellt und organisiert.

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Im Herbst, wenn auf der Garten Tulln die Saison vorbei ist und die Besucher verschwunden sind, wird Mulch aufgelegt, um die Böden winterfest zu machen, Bagger rollen über die Wege und Möbel werden weggetragen, damit sie gestrichen werden können.

Und Obergärtnerin Karin Trauner? Sie sitzt in der kalten Jahreszeit auch viel vorm Computer. Für die neuen Gärten und all die Neuerungen in den anderen Gärten muss schließlich alles organisiert werden.
Zu den Aufgaben der Unter-Dreißigjährigen zählt es unter anderem, Skizzen zu zeichnen, zu planen, Gespräche mit Gartenpartnern zu führen, Bestellungen durchzuführen und die rund zehn Gärtner einzuteilen. „Ich hab’ ein Spitzenteam, auf das man sich verlassen kann. Es sind Gärtner mit Fachwissen. Jeder ist auf etwas spezialisiert.“ Von all dem Wissen können Besucher im Sommer profitieren, wenn sie die Garten Tulln besuchen und den Gärtnern bei ihrer Arbeit zusehen und sie fragen können. Dienstags und donnerstags gibt es zudem explizit die Möglichkeit, die Gärtner um Rat zu fragen.

In Wien fehlte Trauner die Natur

„Wir freuen uns, wenn wir den Besuchern etwas mitgeben können“, verrät sie. Das übrigens hat ihr schon bei ihrem ersten Lehrberuf gefallen. Bei Baumax in Zwettl hatte sie die Ausbildung zur Gartencenterfachkauffrau, und auch dort konnte sie ihr Wissen weitergeben. Weil ihr nach einem Umzug nach Wien aber die Natur gefehlt hat, hat sie weitergelernt und eine Landschaftsgärtner-Lehre beim WIFI gemacht. Kaum hörte sie vom Garten-Tulln-Projekt, war sie davon begeistert. Immerhin wird hier ökologisch und natürlich gearbeitet. Mittlerweile gibt es über 60 Gärten, die bestaunt werden können. Allesamt streng ökologisch gepflegt.
„Ich liebe das Gelände.“ Die Natur, die Au, einfach ein Platz, an dem man sich wohlfühlen kann. „Diese Naturverbundenheit hat man sonst nirgendwo“, sagt sie begeistert. Zu dieser gehören auch die Tiere, die Eichkätzchen, Vögel und Käfer. „Es sind die kleinen Sachen, über die man sich an der Natur erfreut.“ Wenn sich eine Knospe zu einer wunderschönen Blüte entwickelt zum Beispiel. „Ich mag jede Jahreszeit. Es ist ein superschöner Arbeitsplatz. Ich bin gerne hier.“

Seit sieben Jahren arbeitet sie nun mittlerweile schon hier, seit einem Jahr ist sie Obergärtnerin. „Ich liebe das Gärtnern. Es macht mir einfach Spaß.“ Sie empfiehlt den Beruf allen, die naturverbunden sind, sich im Freien wohlfühlen und sich für Pflanzen interessieren. Der Beruf bietet ein breites Spektrum an Tätigkeiten, von der Produktvermehrung und Baumschule über Pflege bis hin zum Anlegen von neuen Gärten.