Erstellt am 24. April 2016, 12:24

von Maria Knöpfl

Spezieller Lebensraum. Naturoase neben Kohle. Auf dem Kraftwerksareal in Dürnrohr gibt es seltene, geschützte oder nicht heimische Tier- und Pflanzenarten. Der Lebensraum wird neuerlich untersucht.

Zum Start der Habitatuntersuchung waren (v.l.) der Ehrenpräsident des Umweltdachverbandes Gerhard Heilingbrunner, Wild-Biologe Alexander Mrkvicka und EVN Sprecher Stefan Zach zugegen.  |  NOEN, Knöpfl

Schon 2009 brachte eine breite biologische Untersuchung des rund 140 Hektar großen Kraftwerksgeländes mehr als 500 verschiedene Tier- und Pflanzenarten zum Vorschein. Bis zu 70 verschiedene Pflanzen finden sich auf den Böden in Dürnrohr, das sind zehn Mal so viele wie auf einer Wiese im Park. Mehr als 50 gefährdete Arten sind hier heimisch. Möglich wird das durch die günstigen Lebensbedingungen, die hier herrschen. Auch neben den Bahngleisen blüht es derzeit überall, denn es werden keine Unkrautvernichtungsmittel gespritzt.

Rund 20 Experten aus verschiedenen Bereichen werden in den nächsten Monaten diese einzigartige Tier- und Pflanzenwelt unter die Lupe nehmen.

Artenvielfalt in Dürnrohr

„Der Grund für die sehr spezielle Artenvielfalt in Dürnrohr liegt darin, dass das Gelände seit vielen Jahrzehnten umzäunt und gesichert ist. Vor allem die gefährdeten Spezies werden hier weder durch ihre natürlichen Feinde noch durch den Straßenverkehr gestört“, erklärt der Projektleiter und Biologe Alexander Mrkvicka.

Für Laien sind Namen wie Rotrückenwürger, Blaukernauge oder Alpen-Kammloch zwar meist Fremdworte, für den Ehrenpräsidenten des Umweltdachverbandes Gerhard Heilingbrunner sind sie eine Sensation: „Die hier heimische Artenvielfalt ist für das Tullnerfeld und für Niederösterreich etwas ganz Besonderes.“

„Wir wollen die Artenvielfalt auf dem Gelände des Kraftwerks Dürnrohr nicht nur erhalten, sondern in Zusammenarbeit mit Experten aktiv fördern“, so EVN Sprecher Stefan Zach, „Wir freuen uns schon, wenn wir im Frühsommer die ersten Ergebnisse dieser Forschungsarbeit liefern können“.